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Mittwoch, 18. Mai 2011

Tatort Ruhrgebiet: Schicht im Schacht


Krimis über Maloche, Macker und Moneten

Im letzten Jahr war das Ruhrgebiet Europäische
 Kulturhauptstadt. Die mit fünf Millionen Menschen einwohnerstärkste Region Deutschlands zeigte, was sie zu bieten hat. Jetzt zieht Krimi-Herausgeber H.P. Karr die kriminelle Bilanz: In der Reihe der „Mordlandschaften„ bei KBV erscheint der zweite Band mit Kurzkrimis aus dem Ruhrgebiet. Motto: Wenn nix mehr geht, dann ist »Schicht im Schacht«.

Wenn alles vorbei ist, wenn alles aus ist, dann ist »Schicht im Schacht«. Die Frage, was danach kommt, beantworten zwei Dutzend Krimi-Autoren in der neuen Sammlung von Ruhrgebiets-Kurzkrimis. Von Dortmund bis Duisburg, von Bottrop bis Schwelm und von Mülheim bis Wattenscheid: überall blüht das literarische Verbrechen. Spannung an jeder Straßenecke, Mord über und unter Tage!
Für die »Schicht im Schacht« haben die besten Krimi-Autorinnen und Autoren den »Pott« durchstreift und mörderisch viel Beute gemacht: Krimis über Maloche, Macker und Moneten, Mord und Totschlag zwischen der Hattinger Altstadt, dem Essener Westviertel und dem Landschaftspark Duisburg.
Es sind Geschichten, die das Ruhrgebiet zwischen gestern und heute zeigen - mit Mordermittlungen in Heiligenhaus und Wattenscheid, kulinarischer Kriminalität auf der Bochumer Zeche Victoria und einer romantischen Rotlichtballade auf der A40 zwischen Bochum und Duisburg. Es sind in jeder Beziehung ausgezeichnete Autoren, die sich in den kriminellen Untergrund des Reviers begeben: Horst Bieber. Anne Chaplet und Jörg Juretzka sind Träger des Deutschen Krimipreises, Jörg Juretzka und Peter Schmidt wurden mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet.

Außerdem sind bei der verbecherischen Tour de Ruhr die Jungtalente Arnd Federspiel, Sonja Ullrich und Nadine Buranaseda dabei und auch alte Hasen wie Martin Schüller, Roger M. Fiedler und Volker W. Degener. Zur Abrundung hat Herausgeber H.P. Karr auch Krimi-Grenzgänger wie Gerd Herholz, Herbert Knorr und René Zey für Stories gewinnen können.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Tatort Gelsenkirchen
Kriminelle Liebe unter Tage

Revierkrimi-Sammlung bringt drei spannenden Gelsenkirchen-Krimi

»Ihr Haus sah aus wie eines dieser alten Zechenhäuser, denen man einen pinkfarbenen Anstrich verpasst hatte, um sie jünger wirken zu lassen«, heißt es in der Kriminalstory »Eine Liebe unter Tage« von Peter Schmidt. Hier in der ehemaligen Zechensiedlung in Feldmark hat sich der Held der Story auf der Flucht aus dem Gefängnis versteckt. In der Siedlung beim Schacht Oberschuir der Zeche Consolidation entdeckt ihn seine Nachbarin. Wird sie die Polizei verständigen?

Nein - es beginnt vielmehr die »Liebe unter Tage«, doch nachdem die beiden über einen alten Luftschacht ins Bergwerk eingefahren sind, sitzen sie fest. Der mit dem Deutschen Krimipreis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnete Gelsenkirchener Autor Peter Schmidt erzählt seine Story mit Liebe zum Gelsenkirchener Lokalkolorit und steuert damit ein Highlight zur aktuellen Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« bei, die vom Krimi-Experten H.P. Karr herausgegeben wurde.

Die neue Ruhrgebietskrimi-Sammlung vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis der mörderisch guten Unterhaltung. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Stars des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

»Wenn alles vorbei ist, wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen ahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf reviertypische Gegebenheiten." Wie etwa die Tatsache, dass das ganze Ruhrgebiet unter Tage von Streben und Stollen durchzogen ist, in denen man sich verstecken kann. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.

Unter dem Motto "Maloche, Macker und Moneten" bietet »Schicht im Schacht« alles, was den Krimifreund interessiert: Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch Stories, in denen der revier-typische Humor zum Zuge kommt.

Freitag, 29. April 2011

Karr & Wehner
Essener Geschichten

Tatort: Essen
Es gibt Geschichten und Geschichten - Lügengeschichten und wahre Geschichten, Geschichten zum Lachen und zum Weinen. Und es gibt Geschichten, auf die man sich nicht einlassen sollte. Egal, wie hoch das Honorar auch ist. Aber das merkt man immer erst, wenn es zu spät ist.
Als mir Oscar Mink seine Geschichte zum ersten Mal erzählte, hörte sie sich nur ein bisschen komisch an. Die Minks besaßen die letzte konzernfreie Brauerei der Stadt. Das alte Dampf-Brauhaus in Borbeck war in den Fremdenführern sogar als Sehenswürdigkeit verzeichnet. Die Plakate mit der drallen Blondine, die »Trink Mink!« sagte, gehörten zum Stadtbild. Außerdem war Oscar Mink ein Schöngeist, saß im Förderverein des Theaters, stiftete mal hier was für einen Serra auf dem Kennedy-Platz und mal was für eine Folkwang-Musikerin oder einen Schriftsteller, den das Literaturbüro Ruhr vergessen hatte. Seine Frau war Schauspielerin im Ensemble des Theaters am Schiffbauerdamm gewesen. Oscar Mink hatte sie da in den 50er Jahren kennengelernt, als er sich in der Berliner Boheme herumtrieb. Bis ihn sein Vater zurückholte, damit er die Brauerei übernahm.
Oscar Mink war ein großer Mann mit schlohweißen Haaren, die Sorte Familienpatriarch, gegen die die Herren Söhne zur vorletzten Jahrhundertwende an bündischen Lagerfeuern rebelliert hatten. Sein Sohn Bernt machte da keine Ausnahme, nur dass er es in Brockdorf mit Wasserwerfern probiert hatte, ehe er nach dem Tod seiner Mutter in die Firmenleitung zurückgekehrt war.
Oscar Mink war mir nicht unsympathisch. Bernt eine Spur zu geschäftstüchtig und großkotzig, trotzdem, ich arbeitete nicht ungern für die beiden. Ich hatte den Sicherheits- und Wachdienst in der Brauerei auf Vordermann gebracht und die Mitarbeiterdiebstähle auf den statistischen Durchschnitt gedrückt. Sicherheit ist mein Job: MAS - Mary Amos Security.

Während der ganzen Zeit hatte ich die beiden Minks höchsten ein halbes Dutzend Mal gesehen, denn sie führten den Laden von ihrem Familien-Schloss unten am Südufer der Ruhr zwischen Werden und Kettwig. Einer der ältesten Herrensitze der Region. Das gesamte Gelände steht unter Denkmalschutz, kein Zutritt für niemanden. Bis auf die Golfclub-Mitglieder. Dort, im Salon von Haus Oefte, erzählte der alte Mink mir die Geschichte zum ersten Mal.
»Es ist eine komische Geschichte. Ich habe Anfang des Jahres ein Schriftstellerstipendium vergeben - ein halbes Jahr bei freier Kost und Logis hier im Gesindehaus für einen Autor, der mir aus den Akten im Familienarchiv eine Firmenchronik schreibt.« Oscar Mink reichte mir ein paar vergilbte Seiten. »Und dann findet der Mann bei seinen Recherchen das hier.«
Das Papier war brüchig wie die Schriftsätze aus der Kriegszeit, die mein alter Herr vor Jahren in den Reißwolf geschoben hatte, als er seine Anwaltskanzlei und das Notariat aufgab, um ins Augustinum in den Stadtwald überzusiedeln. Aber statt Todesurteilen wegen Rassenschande oder Wehrkraftzersetzung standen auf den Blättern so etwas wie Gedichte: Erinnerung an die Anna M.
Die Schreibmaschinentypen hüpften auf und ab und das o hatte Löcher ins Papier gestanzt. Auf der ersten Seite war unten rechts eine Ecke mit den letzten Worten abgeschnitten.
»Was halten Sie davon?« Oscar Mink linste väterlich über seine Halbglasbrille.
Ich legte die Blätter auf den Rosenholztisch neben meinen Sessel. »Fragen Sie einen Literaturprofessor von der Uni. Zum Beispiel diesen emeritierten Goetheforscher, der sich auch mit Krimis beschäftigt. Ich bin in der Sicherheitsbranche.«
Oscar Mink nickte. »Ich weiß, ich weiß. Deshalb bitte ich Sie ja auch um Ihren Rat. Weil ich - verzeihen Sie den Kalauer - mir nicht sicher bin.«
»Wessen?«
»Meiner Abstammung.«
Ich begriff den Zusammenhang nicht und nahm die vergilbten Papierblätter wieder vom Tisch:
An jenem Tag im halben Mond August
Still unter einem Pflaumenbaum
Da hielt ich sie an meiner Brust
»Diese Verse«, erläuterte Oscar Mink, »sollen angeblich vom dem große Bert Brecht stammen. Dieser Schimaniak hat sie im Archiv gefunden. Unter den persönlichen Unterlagen meines Vaters, der zwischen 1920 und 1933 als Beigeordneter für kulturelle Angelegenheiten hier in der Stadt tätig war. Also in dem Jahren, als der große Bert Brecht im Revier war.«
Das sagte mir offenbar nicht das, was es mir seiner Meinung nach sagen sollte. Also erklärte er mir, dass der große Brecht damals noch nicht der große Brecht gewesen, sondern erst ein Anfänger war, der in München, Darmstadt und Frankfurt zwar einige Erfolge hatte, aber erst in Berlin mit seiner Dreigroschenoper die Theater-Szene unsicher machte.
»Es war der Wunsch des hiesigen Theaterintendanten, dass er eine Ruhroper für unserer Stadt schreiben sollte«, sagte Oscar Mink. Das Dozieren gefiel ihm. »Dazu kamen die Herren Brecht und Weill 1927 für einige Tage her, um sich die Örtlichkeiten anzusehen und Inspirationen zu sammeln. Leider wurden dann die weiteren Vertragsverhandlungen von lokalpolitischen Intrigen torpediert. Das Projekt musste abgebrochen werden.« Er machte eine Pause. »So dachte man jedenfalls bisher. Außer einigen Gedichten über den Stadthafen waren keine Werke Brechts bekannt, die im Zusammenhang mit dieser Ruhroper zu sehen waren. Bis Herr Schimaniak in meinem Archiv diese und zahlreiche weitere Blätter entdeckt hat.«
Oscar Minks Blick wechselte zwischen Faszination und Misstrauen. »Blätter, die die Partitur der Ruhroper zu sein scheinen. Insgesamt 29 Seiten, mit dreizehn Dialogszenen und sieben Songs.«
»Wunderbar«, sagte ich. »Und was hat das mit ihrer Abstammung zu tun?« Aus dem Wenigen, was ich überflogen hatte, zeichnete sich ein Bühnenstück mit rußgeschwärzten Arbeitermassen und trinkfreudigen Unternehmern ab, dazu gab es, wie die Gedichte zeigten, irgendeine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Journalisten und einer Fabrikantengattin.
»Anna M. war meine Mutter. Und der Ehemann, dem in dem Stück Hörner aufgesetzt werden, gleicht aufs Haar meinem Vater.«
»Vielleicht hat sich der große Brecht einen kleinen Scherz erlaubt, aus Dank für die Gastfreundschaft.« Ich sah hinaus in den Park und auf das Gesindehaus, in dem dieser Schimaniak an der Firmenchronik bastelte.
»Vielleicht.« Mink deutete auf ein Ölgemälde über dem Kamin, das augenscheinlich das glückliche Ehepaar Mink in den Flitterwochen zeigte. »Nur dass ich genau neun Monate nach diesem Scherz das Licht der Welt erblickte.«
»Verstehe. Und nun möchten Sie natürlich nicht, dass die Geschichte in der Firmenchronik auftaucht.« Ich zeigte auf den offenen Kamin. »Manchmal sind die einfachsten Lösungen nicht die schlechtesten.«
Oscar Mink schüttelte den Kopf: »Unsinn. Ich will, dass das hier aufgeführt wird.« Er klopfte auf das Manuskript. »Außerdem will ich einen Beweis in dieser Abstammungsangelegenheit. Was glauben Sie, was als ich Brecht-Sohn und Brecht-Erbe wert bin?«
weiter in: Schicht im Schacht
weitere Essen-Stories:
René Zey: Pommes blut-weiß
Ulrich Strater: Ene mene muh
Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Ralf Kramp: Nachts im Museum

Die Autoren:
Karr & Wehner, geboren 1955 und 1949 in Saalfeld und Werdohl, leben im Ruhrgebiet und schrieben bisher zahlreiche Storys, Hörspiele und die »Gonzo«-Thriller »Geierfrühling«, »Rattensommer«, »Hühnerherbst« und »Bullenwinter«. Zuletzt erschienen von ihnen die Jugendkrimis »Feuerspiele« (2010) und »Schneekönige« (2011).

Samstag, 23. April 2011

Tatort Hagen
Pommes und Mord bei Marilyn

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Hagen-Krimi

»Ihre Leiche fand man in der Volme«, heißt es in der Kriminalstory »Frühstück bei Marilyn« von Uwe Voehl. »Einfach von der Brücke geworfen. Von der Altenhagener Straße. Sie sei ertrunken, hieß es.« Die neue Mord-Story aus der Feder des  Hagener Autors ist das bittere Protokoll einer Abrechnung. 
Was geschah vor Jahren in der Juggendclique, die sich regelmäßig an Marilyns Imbiss traf? »Ja, da war diese Pommesbude«, erinnert sich der Erzähler. »Das heißt, eigentlich war es keine Bude, sondern ein alter Lieferwagen, der an jener heruntergekommenen Ecke auf dem Weg zum Bahnhof seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.«
»Schicht im Schacht« heißt die neue Anthologie mit Revierkrimis, für die Herausgeber H.P. Karr den Hagener Uwe Voehl verpflichten konnte. Und natürlich geht es in der viel Einfühlungsvermögen in psychologische Situationen und ebensoviel Freude am Lokalkolorit geschriebenen Geschichte von Marilyn und ihrem Imbisswagen um »Pommes rot-weiß« und »Currywurst, scharfmachen«.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Imbisswagen in der Nähe des Hagener Bahnhofs oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Uwe Voehl bei Radio 107,7 Hagen über seine Story "Frühstück bei Marilyn"

Mittwoch, 20. April 2011

Tatort Bochum
Katerfrühstück auf Zeche Hannover und Bankraub in Hamme

Revierkrimi-Sammlung bringt neue Bochum-Krimis

Sein Name ist Horst Simancjec. »Ich bin 63 Jahre alt, frühpensioniert, zuletzt auf Kokerei Kaiserstuhl III«, stellt sich der Held von Nina Georges Bochum-Krimi »Als Herr Simancjec einmal tot war«. Und weiter: »Ich bin dann mit meiner Gitte weg aus Dortmund, rüber nach Bochum-Hamme, in die Berggate. Das ist direkt am Ruhrschleichweg, der rauscht da gleich bei uns hinterm Haus vorbei.«
Es ist eine tragikomische Krimiballade, die die soeben mit dem Delia-Preis ausgezeichnete Autorin erzählt: nach einem Bankraub in Bochum-Hamme wird für Horst Simancjec der Ruhrschnellweg zur romantischen Fluchtroute. Lakonisch-komisch serviert dagegen Martin Schüller sein »Katerfrühstück« auf der Zeche Hannover. Die Höntroper Krimi-Newcomerin Sonja Ullrich steuert mit »Eine Urne für Breslau« einen echten Wattenscheid-Krimi zur neuen Revierkrimi-Sammlung »Schicht im Schacht« bei.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa eine Leiche im Höntroper Stadtpark oder die Goldbach-Afffäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", meint Karr.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet "Schicht im Schacht" Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Tatort Duisburg
Nach dem Bankraub ist »Schicht im Schacht«


Revierkrimi-Sammlung bringt drei spannende Duisburg-Krimis

Geduld muss man haben - das weiß die Heldin in dem spannenden Krimi »ZEN in der Kunst des Absahnens« von Gerd Herholz. Sie sitzt im Café an der Königstraße und wartet darauf, dass die Sparkasse gegenüber überfallen wird. Mit viel Sinn für asiatische Philosophie und Duisburger Lokalkolorit entwickelt der Duisburger Autor Gerd Herholz seine ungewöhnlichen Kriminalstory.
Bodenständiger geht es dagegen bei der Rentnergang in »Die Unsichtbaren« von Ilka Stitz zu - nach dem Bankraub an der Bismarckstraße in Neudorf führt die Flucht in den Landschaftspark. Die Bonner Krimi-Newcomerin Nadine Buranaseda schließlich taucht für ihre dramatische Story »Wonderful Life« die Friedrich-Ebert-Brücke in eine düstere Nachtstimmung.
»Schicht im Schacht« heißt die Revierkrimisammlung mit dem passenden Untertitel »Maloche Macker und Moneten«, in der die drei Duisburg-Krimis erschienen sind.

Die neue Ruhrgebietskrimi-Sammlung wurde von H.P. Karr herausgegeben und vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf reviertypische Gegebenheiten.« Wie etwa den Fluchtpunkt Landschaftspark oder die Goldbach-Afffäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet "Schicht im Schacht" Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Aktuelle Stunde / Lokalzeit Duisburg 18.6.2011
Gerd Herholz im Interview

Tatort Essen
Spannung mit der »Schicht am Schacht«

Revierkrimi-Sammlung bringt drei neue Essen-Krimis

»Dunkler Rauch quoll aus dem Fenster des Tura-Grills«, heißt es in der Kriminalstory »Pommes blut-weiß« von René Zey. »Er hüllte das Pommesbüdchen und die halbe Oberdorfstraße in eine graue, wabernde Wolke.« Mit viel Gespür für Zeit- und Lokalkolorit macht der gebürtige Essener René Zey die legendäre Frittenschmiede in Altendorf zum Schauplatz einer bittersüßen Liebes- und Mordgeschichte. Kein Wunder, dass hier jeder Satz, jede Beobachtung stimmt: René Zey lernte in den Achtzigern den einschlägig bekannten Nachtschwärmertreff selbst hautnah kennen.

Auch Ulrich Straeter, Autor des Wirtschaftskrimis »Ene mene muh« war ganz nah dran an seinem Thema. Als Beamter im Zollamt an der Trentelgasse erlebte er vor 30 Jahren die Affäre um den »Ölkönig von Herne« mit. Jetzt beschreibt er den früheren Polit- und Wirtschaftsfilz.

Noch weiter zurück führt das Autorenteam Karr & Wehner die Leser mit seinen »Essener Geschichten« - es geht um die »Ruhroper«, die Bert Brecht 1927 im Auftrag der Kohlebarone schreiben sollte. In der Realität blieb das Werk Fragment - aber was wäre, wenn der große Brecht es wirklich vollendet hätte? Mit dieser Frage sieht sich Detektivin Mary Amos in der Story des Essener Autorenteams konfrontiert.

»Schicht im Schacht« heißt die Anthologie, in der Herausgeber H.P. Karr zwei Dutzend spannende Ruhrgebietkrimis versammelt hat. Spannung an Schauplätzen zwischen Duisburg und Dortmund, Mord und Totschlag zwischen Schwelm und Hattingen.

»Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Tura-Grill oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor.

Tatort Schwelm
Raub ist nichts für raue Kerle

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Schwelm-Krimi

»Das Häuschen war nichts Dolles«, heißt es in der Kriminalstory »Rabauken, Räuber, Raue Fasern« von Klaus Stickelbroeck. »Die Schwelme, die unserer Stadt mal den Namen gegeben hat, gluckert nur einen Steinwurf weit durchs Grüne und ich habe hier mit dem schmucken Gärtchen und dem Goldfischteich meine Ruhe.« Doch dann soll das Häuschen verkauft werden und Pensionär Erich müsste ausziehen. Es sei denn, er kann selbst den Preis von 45000 Euro aufbringen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Erich ist ratlos - seine Kumpel aus der Tapetenfabrik auch. Doch da fällt ihm im wahrsten Sinn des Wortes ein Vermögen in die Hände. Dumm nur, dass es die Beute eines Raubüberfalles ist.
»Schicht im Schacht« heißt die neue Anthologie mit Revierkrimis, für die Herausgeber H.P. Karr den Düsseldorfer Polizisten und Krimi-Autor Klaus Stickelbroeck verpflichten konnte. Mit viel Sinn für Komik und schräge Sprüche kommt in der Story über die rauen Kerle aus der Tapetenfabrik eines zum anderen - und schließlich alles zum glücklichen, wenngleich auch unerwarteten Ende.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Angelplatz an der Schwelme oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Tatort Wattenscheid
Ein falscher Toter im Stadtpark

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Wattenscheid-Krimi von Sonja Ullrich

»Unser Toter wurde als Matthias Tengler identifiziert«, heißt es in der Kriminalstory »Eine Urne für Breslau« von Sonja Ullrich. »Zuletzt wohnhaft In der Hönnebecke.«  Soweit ist das ein ganz normaler Fall für Kommissar Pankowiak und seine Kollegen. Der Tote aus dem Stadtpark in Höntrop ist identifiziert. Doch: »Allerdings gibt es schon einen toten Matthias Tengler. Der liegt in Wattenscheid-Höntrop auf dem Katholischen Friedhof.«

Wie ein falscher Toter in die Urne auf dem Höntroper Friedhof kam und ein echter Tochter in den Satdtpark - davon erzählt Sonja Ullrich, Krimi-Autorin aus Wattenscheid-Höntrop in ihrem nicht nur spannenden, sondern auch heiteren Kurzkrimi, der jetzt in der Anthologie »Schicht im Schacht« erschienen ist.
Sonja Ullrich, die mit ihren beiden Wattenscheid-Krimis »Teppichporsche« und »Fummelbunker« ihr Talent für spannende und pfiffige Unterhaltung unter Beweis stellte, gehört zu den knapp zwei Dutzend Top-Autoren, die von Krimi-Herausgeber H.P. Karr zur Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« eingeladen wurden. Das Buch ist soeben im KBV-Verlag erschienen.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa den Höntroper Stadtpark oder auch die Häuserzeile In der Hönnebecke. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Samstag, 2. April 2011

Sonja Ullrich
Eine Urne für Breslau

Tatort: Wattenscheid-Höntrop

Der Straßenschotter knirschte unter Marinellis profillosen Mafiososohlen, als er ins Büro der Dienststelle galoppierte. »Wir haben einen Namen!«
Pankowiak saß mit dem Rücken zum Fenster. Die Sonne brüllte durch die buttrig verschmierten Scheiben, die gilben Wände reflektierten ihr Schimmern kaum. Sein Hemd war knittrig, denn seine Frau hasste es zu bügeln. Er zog die Schreibtischschublade auf, nahm mit spitzen Fingern den druckfrischen Zehnmarkschein heraus und fächelte sich damit etwas Luft zu. »Giovanni?«, spekulierte er. »Richtig?«
Marinelli runzelte die Stirn.
»So heißt ihr Italiener doch immer«, sagte Pankowiak. »Oder Luigi. Oder Salvatore, wie dieser Nussschalenschubser auf RTL.«
Marinellis Brauen schoben sich zusammen. Eines seiner Hundeaugen zwinkerte. »Ihr werdet es noch früh genug erfahren. Nämlich wenn der Kleine auf der Welt ist.« Er wedelte mit dem Aktendeckel, den er mitgebracht hatte. »Ich spreche eigentlich von unserem Toten aus dem Südpark in Höntrop.«
Pankowiak legte den Zehner in die Schublade zurück. »Lass hören.«
»Unser Mann hieß Matthias Tengler.«
»Klingt jung.«
Marinelli schnalzte mit der Zunge. »Von wegen. Matthias ist ein biblischer Name.«
»Könnte doch hinkommen. Viel war ja von ihm nicht mehr übrig, als die vom Grünflächenamt ihn beim Ausholzen in den Baumwurzeln gefunden haben.«
Der Italiener überging seinen Kommentar. »Es gibt nur ein Problem. Matthias Tengler wurde längst beerdigt. Vor zehn Jahren schon, 1986.«
Pankowiaks Oberkörper schwang nach vorne. »Wer sagt das?«
»Das Standesamt. Die Müller bringt gerade den Chef auf den Stand.«
»Und woher wissen wir, dass wir den richtigen Tengler auf dem Tisch haben?«
»Der Pathologe hat das Zahnschema des Toten rumgeschickt. Treffer bei einem Doktor in Leithe.« Marinelli klatschte den uringelben Aktendeckel ungeduldig gegen den Oberschenkel Pankowiak mochte das nicht.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Revierkrimis:
Ilke Stitz: Die UnsichtbarenGerd Herholz: ZEN in der Kunst das Absahnens
Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet



Die Autorin:
Sonja Ullrich, geboren 1977 in Lünen, wuchs auch dort auf und lebt seit 2007 in Bochum. Hauptberuflich arbeitet sie in der Rechtsabteilung eines globalen Chemieunternehmens. Mit ihren Krimis »Teppichporsche« (2010) und »Fummelbunker« (2011) führte sie ihre Heldin Esther Roloff,  Versicherungsdetektivin auf Probe in Wattenscheid in die Krimi-Szene ein.

Sonntag, 27. März 2011

Volker W. Degener
Der Blumenmann

Tatort: Mülheim an der Ruhr

»Nicht wahr, jetzt ist alles in bester Ordnung«, sagt die Stationsschwester und verabschiedet sich. »Alles Gute! Für Sie und die Kleine.«
»Na ja – trotzdem vielen Dank!«
Andy Bestwig schnappt sich die Reisetasche und den Babykorb. Laura ergreift sein Handgelenk. Sie will ihm den Korb mit dem Baby abnehmen. »Das ist zu viel für dich«, sagt sie. »Zu schwer.«
»Nein, nein. So gewöhne ich mich schneller an die doppelte Verantwortung«, verkündet er schmunzelnd. »Verantwortung für dich und unser wunderbares Kind.«
Ein Lächeln huscht über Lauras Gesicht.
Sie gehen zum Aufzug.
»Zum Glück hab ich vor der Klinik einen Parkplatz erwischt«, sagt Andy.
Als er den Rufknopf gedrückt hat und sich wartend umschaut, stößt er Laura mit dem Ellenbogen an.
»Du, warte mal!«
»Was ist denn?« Die Fahrstuhltür gleitet auf.
»Moment mal. Da ist der Kerl wieder. Der mit dem Blumenstrauß.«
»Ich verstehe nicht«, sagt Laura. Die Aufzugtüren schließen sich lautlos.
»Der in deinem Zimmer war, der uns beklaut hat.«
»Bist du sicher?«
»Hundert Prozent. Du hast ihn ja ganz genau beschrieben.«
Während Andy den Mann mit den Blumen nicht aus den Augen lässt, setzt er zuerst die Reisetasche und dann ganz vorsichtig den Babykorb ab. Zum Glück schläft das Baby immer noch.
»Bin gleich zurück!«

Und damit eilt Andy dem Unbekannten nach, der gerade im Treppenhaus verschwindet. Am Treppenabsatz kann er den Mann gerade noch als flüchtigen Schatten ausmachen. Der Fremde ist schon eine Etage tiefer.
»Hallo! Moment mal!«, ruft ihm Andy nach.
Der Kerl fühlt sich nicht angesprochen, wirft nur einen kurzen Blick über die Schulter, erhöht aber zugleich seine Geschwindigkeit. Andy hastet hinterher, und er spürt, wie seine Wut mit jeder Treppenstufe zunimmt. Eine bisher unbekannte Wut.
»Hallo, Sie!«
Der Kerl hat unten eine der dunkelblauen Türen am Fuß der Treppe geöffnet, schlüpft hindurch und zieht sie hinter sich zu. Als Andy die Tür aufdrückt, steht er im Keller der Klinik.  Versorgungsrohre. Ausrangierte Betten und Nachttische. Plastiksäcke.
»Verdammt!«
Schummrige Beleuchtung. Eine Neonlampe blinkt aufgeregt mit einem flackernden Surren. Andy hält den Atem an, lauscht. Keine Schritte, nichts.
Doch! Atmen. Unterdrücktes Atmen, Keuchen.
Mit einem trockenen Klick geht das Licht aus. 
weiter in: Schicht im Schacht
weitere Ruhrgebietskrimis
Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Herbert Knorr: Ohne Senf geht gar nix
Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet

  
Der Autor:
Volker W. Degener, geboren 1941 in Berlin, wuchs im Ruhrgebiet auf, war Polizist in Bochum, Polizeipressesprecher und zuletzt Kommissariatsleiter in Herne. Er schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen, darunter viele Kinder- und Jugendbücher. Sein Jugendroman »Geht's uns was an«, der auch verfilmt wurde, gehört zu den Klassikern zum Thema Kindesmisshandlung. Zuletzt erschienen von ihm der Jugendroman »Scheiße, der will Amok laufen« (2010).

Mittwoch, 23. März 2011

Horst Bieber
Geschäft zu zweit

Tatort: Dortmund und Umgebung

Andreas Mirloff rückte den Krawatten-Knoten zurecht, bevor er die Schwingtür des »Café Kleimann« aufstieß, setzte sein Lächeln Nummer sechs auf - schüchtern, verlegen, aber gleichwohl tapfer - und musterte rasch die Gäste.
Für elf Uhr morgens war das Café in der Dortmunder Innenstadt gut besetzt, einige wenige Männer und viele Frauen. Es summte und schnatterte pausenlos.
Sibylle Frantzen saß am Fenster und schaute ängstlich in seine Richtung. Auch ohne die verabredeten Zeitschriften auf dem Marmortischchen erkannte er sie sofort; ihr Profilbild aus dem Dating-Forum hatte nicht gelogen, sie war tatsächlich so hübsch und selbst im hellen Sonnenschein sah sie jünger aus als 38. Gepflegt und ansehnlich, außerdem so dezent wie teuer gekleidet.
Seine Laune hob sich, die Mundwinkel wechselten in Position eins - ehrliche Freude.
»Grüß Gott … Sibylle!«, sagte er aufgekratzt. »Ich bin Andreas … Andreas Mirloff.« Seine Verbeugung war nur angedeutet, Folge der schnellen Überlegung, dass er einer solchen Frau mit übertriebener Höflichkeit nicht imponieren würde.
»Guten Tag, Andreas.« Zwei-, dreimal blinzelte sie schnell und reichte ihm dann die Hand, die er nur drückte Handkuss war nicht angebracht. »Ich freue mich, Sie kennenzulernen. Bitte, setzen Sie sich doch!«
»Vielen Dank.« Er lachte offen und gestand: »Ich bin etwas aufgeregt.«
»Das geht mir nicht anders.«
»Obwohl ich nach unseren vielen Mails glaubte, ich würde Sie schon gut kennen.«
»Sie nehmen mir wieder das Wort aus dem Mund.« Ihr Seufzer war nicht ernst gemeint. »Es ist … es ist etwas ungewöhnlich, sich auf diese Art zu treffen.«
»Ja«, pflichtete er bei und betrachtete entzückt ihren Diamantring. »Beim ersten Mal ging's mir auch so, ich fühlte mich ziemlich unbehaglich.«
»Beim ersten Mal?«, forschte sie, die Stimme senkend.
»Dann haben Sie sich … schon häufiger auf … auf diesem Internet-Portal umgesehen? «
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Andere Revierkrimis:
Arnd Federspiel: Jenseits von Heljens
Christiena Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet
Ilka Stitz: Die Unsichtbaren
Anne Chaplet:  In Barmen kein Erbarmen 

Der Autor:
Horst Bieber, geboren 1942 in Essen, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik, volontierte bei der WAZ und arbeitet von 1970 bis 1997 - zuletzt als Chef vom Dienst - für die Wochenzeitung DIE ZEIT. 1982 veröffentlichte er mit »Sackgasse« seine ersten Krimi, eine Privatdetektivgeschichte aus dem Revier. Es folgten bis heute mehr als 20 Romane, zahlreiche Hörspiele und Fernsehdrehbücher.

Sonntag, 20. März 2011

-ky und sein Kumpel
Was geschieht mit Czarnowanz?

Tatort: Essen

»Jetzt kann wirklich nichts mehr schief gehen.« Verena Kwiatkowski war seit fünfzehn Jahren Assistentin bei der Kripo Essen und wusste alles über Entführungen und die Übergabe des Lösegeldes. In Theorie und Praxis war sie gleichermaßen ein Ass. »Mit dem Czarnowanz - das ist wirklich genial.«
Der das sagte, war Uwe Kubschütz, ein zerbrechlich wirkender junger Mann von knapp dreißig Jahren, der am Bahnhof Altenessen einen Computerservice betrieb, der allerdings trotz der Konjunktur in dieser Branche kaum seinen Mann ernährte, so dass Uwe nebenbei noch drei Tage in der Woche als Aushilfsmüllkutscher für die Entsorgungsbetriebe Essen arbeiten musste.
Was beide vereinte, Uwe und Verena, war nicht nur die Liebe, sondern auch der Traum von einem Leben, das darin bestand, immer on the road zu sein und auf einer Luxusyacht über die Meere zu schippern, von Hamburg nach Hawaii, von Java nach Rio, von Hongkong zu den Fidschi-Inseln, und mit den Großen dieser Welt Partys zu feiern und Champagner zu schlürfen.
Danach wollten sie in die DomRep und in Puerto Plata ein Hotel eröffnen - wie das ging, hatten sie zuletzt in einer Dokusoap auf RTL2 gesehen. Da würden sie dann in Ruhe den Rest ihres Lebens genießen.
Um das alles mit ihren nicht eben hohen Einkommen finanzieren zu können, hätten sie allerdings 1000 Jahre warten müssen. Wenn man jeden Monat nicht einmal 500 Euro auf die hohe Kante legen konnte und für seine Pläne mindestens fünf Millionen brauchte, dann ging das halt nicht schneller.
So hätten also Uwe und Verena alle ihre Träume begraben können, wenn da nicht Winfried Czarnowanz gewesen wäre, der mit seinen diversen Firmen ein reicher Mann geworden war. Nur wenige wussten das, denn Czarnowanz betrieb seine Holding unter einem Namen, der nichts verriet, und lebte perfekt getarnt in einem kleinen Einfamilienhaus an der Liboristraße in Katernberg. Die Nachbarn hielten ihn für einen ganz normalen leitenden Angestellten. Er ging auf die Sechzig zu, die Kinder studierten im Ausland und seine Frau schien ab und an zu trinken. Aber auch das war ja ganz normal.


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Und diesen Winfried Czarnowanz hatten sich Uwe und Verena nun als Opfer für ihr Kidnapping ausersehen.
Verena hatte alles sorgfältig recherchiert. »Das sind Leute, die darauf aus sind, nur nicht aufzufallen. Fünf Millionen sind ein Klacks für sie. Wenn wir seine Frau anrufen, wird sie auf der Stelle zahlen. Nur kein Aufsehen, nur keine Medien. Das wird genauso abgehen wie damals bei der Entführung dieses Discount-Millionärs aus Schonnebeck.«
Uwe Kwiatkowski nickte. »Das Versteck ist vorbereitet, ebenso alles für die Kontaktaufnahme mit ihr. Und was dann noch die Übergabe des Lösegeldes betrifft, da …«
»… da sehe ich die geringsten Probleme, Bärchen!«, sagte Verena. »Das einzige Risiko, das ich noch sehe, liegt im Zugriff. Dass es Zeugen gibt, wenn wir Czarnowanz morgens abfangen, dass jemand das sieht und meine lieben Kollegen anruft …«
»Kann ich mir nicht vorstellen.«
***
Und in der Tat, es klappte alles wie vorausberechnet. Als der Wagen der Essener Entsorgungsbetriebe am Mittwochmorgen in der Liboristraße langsam an Czarnowanz vorbei rollte, war das so alltäglich, dass der nicht einmal hinsehen mochte. Aber auch in diesem Falle wäre ihm nicht aufgefallen, dass diesmal ein anderer Müllwerker als sonst am Steuer saß.
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andere Stories aus Essen:
Ralf Kramp: Nachts im Museum
Ulrich Straeter: Ene mene muh
René Zey: Pommes blut-weiß
Karr&Wehner: Essener Geschichten


Der Autor:
-ky, alias Horst Bosetzky, geboren 1938 in Berlin, legte mit seinen Romanen in den achtziger Jahren gemeinsam mit anderen den Grundstein für den neuen deutschen Krimi. Er veröffentlichte bisher rund 80 Bücher, sowie zahllose Stories und Hörspiele. Zuletzt erschienen von ihm in der Reihe um den Kriminalkommissar Kappe aus dem Berlin der 30Jahre die beiden Romane »Bücherwahn« (2010) und »Feuereifer« (2011). Über den Kumpel, mit dem er hier zusammengearbeitet hat, ist nur bekannt, dass er tief in der Krimiszene des Reviers verstrickt ist.

Tatort Herne
Kriminelle kommunale Karriere

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Herne-Krimi von F.G. Klimmek

»Er wollte Oberstadtdirektor werden«, heißt es in der Kriminalstory »Unsere Stadt soll schöner werden« von F.G. Klimmek. Und weiter: »Als Vorstufe für diesen Karriere hatte sich Lorenz Mehring zunächst einmal zum Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Herne-Crange wählen lassen.« Von dort aus startet der ebenso engagierte wie skrupellose Kommunalpolitiker seinen Weg an die Macht. Seine Einschätzung von Herne als »Ruhrpott-Schilda« und »Revier-Chicago« lässt ihn dabei zu ebenso skurrilen wie kriminellen Miteln greifen. Ewin Killer muss her, um Ordnung zu schaffen! Mit beißendem Humor beschreibt der Herner Autor F.G. Klimmek, wie sein Held den Slogan von "Unsere Stadt soll schöner werden" umsetzt.

Friedrich G. Klimmek, der mit seinen schrägen Krimi-Parodien »Ein Fisch namens Aalbert« und » Machs noch einmal, Aalbert« sein Talent für pfiffige Unterhaltung unter Beweis stellte, gehört zu den knapp zwei Dutzend Top-Autoren, die von Krimi-Herausgeber H.P. Karr zur Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« eingeladen wurden. Das Buch ist soeben im KBV-Verlag erschienen.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa den Rhein-Herne-Kanal oder auch die Affäre um den Ölkönig von Wanne. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Freitag, 18. März 2011

Martin Schüller
Katerfrühstück

Tatort: Bochum

»Verdammt, warum stehen die Gläser hier noch rum?«, blaffte Marcus Wüst, als er die Kochschule im Gebäude der ehemaligen Zeche Hannover betrat. Sie waren hier vielleicht etwas weitab vom Schuss im Bochumer Norden, aber die Nähe zum Westfälischen Landesmuseum für Industriekultur garantierte ein gewisses Niveau.


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Es war bereits später Nachmittag und Vivian, seine Assistentin, war noch dabei, die Tafel einzudecken. Dabei hätte sie längst schon mit der Vorbereitung des Gemüses anfangen sollen.
Vivian Schneider eilte herbei, und begann, die Paletten mit den leeren Einweckgläsern in den Lagerraum zu tragen. Er würde später seinen berühmten Lammfond darin abfüllen, ohne den kaum ein Teilnehmer seiner Kochseminare nach Hause ging. Dass der Fond zu neunzig Prozent aus der Dose kam, hatte noch keiner bemerkt. Die Gewinnspanne war fantastisch.
Er sah sich unzufrieden um.
Das Edelstahl der Backöfen, Töpfe und Dampfgarer blinkte. Die schwarzen Flächen der Induktionsherde schimmerten streifenfrei. Die aufgearbeiteten Backsteinwände sorgten für rustikal-nostalgische Atmosphäre. Für die Umnutzung des Industriedenkmals hatte es eine gesunde Finanzspritze vom Land gegeben, so dass ihn der Umbau kaum einen Cent gekostet hatte.
Es gab eigentlich keinen Grund, unzufrieden zu sein, aber Marcus Wüst war von Natur aus unzufrieden.
Zwölf Leute würde die Gruppe heute Abend umfassen. Zwölf der üblichen Banausen, denen er an einem Abend die Grundlagen des guten Kochens beibringen sollte.
Immerhin bezahlten sie dafür. Und nicht zu knapp. Er lächelte höhnisch.
Vivian hatte die Gläser ins Lager geräumt und trug nun ein Tablett mit Tellern herein. Sie schien sich gefangen zu haben. Die letzten Wochen war sie am Boden zerstört gewesen, weil Groucho, ihr Kater gestorben war. Sie hatte ihn nach langem Suchen auf dem Platz vor dem Schauspielhaus gefunden. Ohne äußere Verletzungen, aber mausetot.
Er hatte Mitleid geheuchelt, so gut es ging, und heucheln konnte er ziemlich gut. Das musste er auch, denn schließlich hatte er das Tier auf dem Gewissen.
Eine Katze, mausetot – Wüst grinste böse in sich hinein. ...
weiter in: Schicht im Schacht
andere kulinarische Stories:
René Zey: Pommes blut-weiß
Uwe Voehl: Frühstück bei Marilyn

Der Autor: Martin Schüller, geboren 1960 in Haan, lebt in Köln und hat als Nachttaxifahrer die Vorder- und Rückansichten der Stadt erkundet. Sein Debüt als Krimi-Autor lieferte er mit dem Roman »Jazz«, seine Beziehung zur Musik spiegelt sich auch in »King«. Zuletzt erschienen von ihm die Oberbayern-Krimis »Tod in Garmisch« und »Die Seherin von Garmisch«.

Ulrich Straeter
Ene mene muh

Tatort: Ruhrgebiet 1979

Schäfer schwitzte. Die beiden Filmleuchten des Teams rissen nicht nur jeden Winkel des Kellers aus dem Dunkel, sondern hatten den Raum auch zur Sauna gemacht. Schäfer hätte nie gedacht, dass er als Pensionär noch einmal mit dieser Sache zu tun bekommen würde.
»Können wir?« Der Reporter fasste sein Handmikro fester, der Kameramann schulterte die Betacam, und der Schlosser entzündete die Flamme seines Schweißbrenners.
Schäfer sah, wie die blaue Feuerlanze sich der Tresortür näherte, während der Reporter mit angemessener Dramatik seinen Aufsager in die Kamera machte: »Das ist der Tresor von Edwin Rombach. Wir sind hier im ehemaligen Haus des ehemaligen Ölkönigs von Wanne-Eickel. Wo genau, das können wir nicht sagen, weil der jetzige Eigentümer, der es aus einer Zwangsversteigerung erworben hat, Wert auf Diskretion legt. Jahrelang hat er nicht gewusst, was für einen – sagen wir – prominenten Vorbesitzer er hier hatte. Als er vor einem halben Jahr seinen Keller ausbauen wollte und eine Trennwand einriss, entdeckte er diesen Tresor, der seit 30 Jahren unberührt ist. Womöglich seit dem Tag, als Edwin Rombach auf der Flucht vor Staatsanwaltschaft, Finanzamt und Zollfahndung abtauchte – mit knapp fünf Millionen Mark in bar. Er hinterließ fast 500 Millionen an Steuerschulden, einen arglosen Amateurfußballverein, den er gesponsert hatte und eine Menge Fragen.«
Die Flamme des Schneidbrenners grub sich ins Metall der Tresortür. Es roch scharf nach verbrannter Farbe. Und plötzlich hatte Schäfer das Mikro vor dem Gesicht. »Bernd Schäfer war damals bei der Zollbehörde in Essen für die Vollstreckung der Steuerschulden zuständig. Wie war das damals, Herr Schäfer?«

Auf Platz 1: Die Village People mit: »Y.M.C.A«
Gefolgt von Platz 2: Blondie mit »Heart of Glass«
Und als Neueinsteiger auf Platz 10: Boney M. mit »El Lute«


Ja, wie war das damals?
Bregenz und Faller vom Zollfahndungsamt Düsseldorf schauten meist kurz nach Mittag vorbei. Wenn sie 'vor Ort' ermittelten, wollten sie immer ein wenig reden, im Außendienst vereinsame man sonst, meinten sie.
Schäfer, Zollinspektor beim Hauptzollamt Essen an der Trentelgasse, zuständig für die Zwangsvollstreckung hinterzogener Zölle und Verbrauchssteuern, war dann meist schon zurück aus der Mittagspause. Die dauerte offiziell eine halbe Stunde, doch daran hielt sich niemand. Auch Schäfer überzog, meist eine Viertelstunde, wenn er nach dem Essen in der Kantine des Hauptbahnhofs noch kurz über die Kettwiger schlenderte. Auch beim Überziehen der Mittagspause wurde im Hauptzollamt die Hierarchie eingehalten: die Chefs brauchten ein bis zwei Stunden, um zu ihren weichen Sesseln zurück zu kehren.
Schäfer redete gern mit den beiden Fahndern, nicht nur weil er einige ihrer Fälle später zur Vollstreckung der hinterzogenen Steuern auf den Tisch bekam. Was nicht unbedingt immer so angenehm war, denn hinterzogene Steuern herein zu holen, war, gerade bei den größeren Summen, ein mühsames Geschäft.
An manchen Tagen, wenn gegen drei das ganze Hauptzollamt nach dem schweren Kantinenessen langsam im Schnitzelkoma versank, warf ihm Terhart, ein Kollege vom mittleren Dienst, zur Anregung schon mal ein paar Dänen-Pornos auf den Schreibtisch. »Aus unserer Asservatenkammer, beschlagnahmte Ware.«
Beschlagnahmt nicht wegen Schweinerei, sondern weil sie geschmuggelt worden waren, um die Umsatzsteuer zu hinterziehen. Schäfer blätterte dann lustlos in den Heften herum – erst eine Seite Werbung, dann ging es los: Ein Frachter legt im Hafen an. Ein smarter Seemann geht von Bord, schicke dunkelblaue Uniform, weiße Litzen. Schirmmütze. Noch im Hafengelände wird er von zwei hübschen aufgedonnerten Damen angesprochen. Eine Superblonde und eine Schwarzhaarige. In sehr kurzen Röcken, man kann die Slips sehen. Sie ziehen ihn in den Eingang eines Lagerschuppens. Plötzlich hat die Blonde die Titten draußen, die Schwarzhaarige knöpft dem Matrosen die Hose auf, geht in die Knie. Großaufnahme. Die dürftigen Texte entfielen jetzt, aber Schäfer konnte die Bildergeschichten ohnehin inzwischen fast auswendig herbeten. Die Fotos waren gut. Scharf. Da waren Profis am Werk gewesen, das wurde Schäfer immer dann klar, wenn sich bei ihm etwas regte. Die Blonde war inzwischen nackt und die Schwarzhaarige griff …
Die Fortsetzung sollte im nächsten Heft folgen und versprach, dass auch der Kapitän noch auftauchen würde.

Eines Tages schien Bregenz und Faller irgendetwas zu bedrücken. Es dauerte einige Zeit, bis sie damit herausrückten.
»Wir sind gestoppt worden!«, sagte Bregenz.
»Wie, gestoppt?«, fragte Schäfer.
»An der Arbeit gehindert«, sagte Faller.
»Nicht so laut«, meinte Bregenz.
Schäfer zog die Augenbrauen hoch, stand auf und schloss die Tür zum Nachbarbüro, wo eine junge Kollegin an der Statistik des Hauptzollamtes arbeitete.
»Euminsco!«, sagte Faller.
»Und Rombin«, ergänzte Bregenz.
»Ach«, sagte Schäfer.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Geschichten:
René Zey: Pommes blut-weiß
Uwe Voehl: Frühstück bei Marilyn
Peter Schmidt: Eine Liebe unter Tage

Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Ralf Kramp: Nachts im Museum
Sonja Ullrich: Ein Urne für Breslau
Die Vorlage für Story ist die "Goldbach-Affäre". Dazu:
Es geschah in NRW - Der große Benzinbetrug, Ein Film von Christoph Weber, 45 Min, WDR 15. April 2011, 20.15 - 21.00 Uhr
Arne Poll: Auf Jagd nach den Goldbach-Millionen, WAZ Herne, 11.10.2010
Erhard Goldbach bei WIKIPEDIA


Der Autor:
Ulrich Straeter
, geboren 1941 in Dortmund, lebt seit 1968 in Essen. Er arbeitete von 1968 bis 1981 bei der Bundesfinanzverwaltung, studierte dann Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften und machte 1986 sein Staatsexamen. Seitdem arbeitet er im Kunst- und Kulturbereich als Organisator, Autor und Verleger. Nach zahlreichen Reisebüchern veröffentlichte er 2010 seinen ersten Kriminalroman – den Revierkrimi »Grüne Minna«.


Donnerstag, 17. März 2011

Arnd Federspiel
Jenseits von Heljens


 Tatort: Velbert / Heiligenhaus

»Na, Bücherwurm!«
Amüsiert sah Hauptkommissar Bethke zu seinem gerade eingetroffenen Kollegen, der vor ein paar Wochen zum KK 1 in Mettmann versetzt worden war. Da es sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen hatte, dass der Neue in seiner Freizeit gerne las, hatte es nicht lange gedauert, ihm den entsprechenden Stempel aufzudrücken.
Oberkommissar Jansen trug es mit Fassung. »Der Trend zum Zweitbuch hält an, Chef«, erklärte er.
Bethke lachte. »Nicht bei mir.«
Jansen beschloss, die Bemerkung zu ignorieren. Stattdessen fragte er: »Was haben wir?«
»Leiche, männlich, Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Einschuss auf der linken Brustseite. Die Jacke ist ein wenig versengt, das Opfer kann also nicht weit von seinem Mörder entfernt gestanden haben, als der es erschoss. Genaueres später von Dr. Kemper.«
»Okay.«
»Und Sie«, fuhr Bethke fort, »habe ich kommen lassen, weil Sie früher beim Regionalkommissariat für Velbert und Heiligenhaus waren. Und weil Sie ursprünglich auch von hier stammen, wie ich gehört habe.«
Jansen nickte. Das erklärte es natürlich. Bisher hatten sie ihn in seiner neuen Dienststelle an der kurzen Leine gehalten - angeblich weil er sich erstmal »einarbeiten« müsse. Als hätte er noch nie einen Kriminalfall bearbeitet…
Aber, so sagte man ihm, schließlich sei das regionale Kommissariat in Velbert nur für leichte und mittelschwere Verbrechen zuständig. Ein Mordfall sei eine ganz andere Sache. Darum durfte Jansen bislang, wenn es hoch kam, nur den stummen Diener machen und beeindruckt aus der Wäsche schauen, wenn einer seiner Kollegen messerscharfe Schlüsse zog.
Offensichtlich musste erst ein Mord in Heiligenhaus geschehen, damit Jansen auch mal ran durfte. Na, für irgendetwas musste eine genaue Ortskenntnis ja gut sein.
Jansen sah seinen Vorgesetzten fest an. »Bedeutet das, dass mit der Einarbeitungsphase Schluss ist?«
Bethke legte den Kopf schief. »Schau'n wir mal.«
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andere Kleinstadtgeschichten:
Herbert Knorr: Ohne Senf geht gar nix
F.G. Klimmek: Unsere Stadt soll schöner werden 

Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet

Der Autor:
Arnd Federspiel,
geboren 1966 in Oberhausen, studierte Jura und Anglistik in Gießen, arbeitete in New York und Los Angeles, absolvierte eine Schauspielausbildung in London und lebt seit 2002 als Schauspieler, Übersetzer und Autor wieder mitten im Ruhrgebiet. Zuletzt erschien von ihm der Krimi »Bei Hitze Mord« (2010).

Christiane Dieckerhoff
Bis dass der Tod euch scheidet

Tatort: Datteln

Ein Sonnenstrahl schien durch den Schlitz in der Jalousie und traf Rondas Lider. Sie wälzte sich auf die andere Seite. In der Nachbarwohnung dudelte ein Radio und Wasser rauschte durch die Rohre. Türenschlagen. In dem verzweifelten Versuch noch einmal einzuschlafen, kniff Ronda die Lider zusammen. Vergeblich. Es gab kein Zurück in ihren Traum.
Da war endlich einmal ein Vater&Sohn-Wochenende, sie konnte ausschlafen, und dann weckte sie die Sonne. Ronda schnaubte, während sie barfuss in die Küche taperte, um das Kaffeewasser aufzusetzen.
Marvin war seit gestern Abend bei seinem Erzeuger. Wenigstens profitierte der Junge von der Trennung. Solange sie verheiratet gewesen waren, hatte Achim nie Zeit für den Jungen gehabt. Irgendein Verbrechen, prompt vibrierte sein Handy und weg war er. Achim, der Unentbehrliche. Achim, der Kriminalhauptkommissar.
Noch seid ihr verheiratet!, zischelte eine Stimme hinter Rondas Schläfe, in exakt dem vorwurfsvollen Tonfall, den ihre zukünftige Exschwiegermutter immer anschlug, wenn sie an Ronda herummäkelte.
Die Betonung liegt auf »noch«!, antwortete ihr Bauch, in exakt der Stimmlage, die Rondas Mutter stets anschlug, wenn sie über ihren zukünftigen Exschwiegersohn herzog.
Eben!, mischte sich Ronda in die Unterhaltung in ihrem Inneren ein. Deshalb wird er sich heute um seinen Sohn kümmern müssen und ich geh shoppen. Basta!
Beim Frühstück, das aus einer Tasse Kaffee und einer verbotenen Zigarette bestand, leistete ihr nur das Radio Gesellschaft. Kein Marvin verschüttete seinen Kakao auf dem Küchentisch oder schmierte Nutella auf das Frühstücksbrettchen, anstatt auf sein Brot. Ronda fühlte sich gleich zehn Jahre jünger und sofort ein kleines bisschen dekadent. Genau die richtige Stimmung, um sich in Recklinghausen diese niedliche Lanvin-Clutch zu kaufen, die eigentlich außerhalb ihrer finanziellen Getrennt-aber–noch-nicht-geschieden-Möglichkeiten lag. Aber wer, wenn nicht sie, sollte ihr so etwas zum Geburtstag schenken.
Ein durchdringendes Fiepen unterbrach die Morningshow und der Polizeifunk plärrte durch die Küche – das umgebaute Radio war nur eins der vielen überflüssigen Dinge, die Achim bei Frau und Kind zurückgelassen hatte.
Bankraub. Geiselnahme. Scheiße.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Bankraub-Geschichten:
Ilke Stitz: Die Unsichtbaren
Gerd Herholz: ZEN in der Kunst das Absahnens

Die Autorin: 
Christiane Dieckerhoff, geboren 1960, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 1997 konnte sie nach eigener Aussage ihr »Bedürfnis zu schreiben nicht mehr ignorieren« und veröffentlichte seitdem einige Kriminalstories in verschiedenen Anthologien und gemeinsam mit Heinz-Werner Jezewski »Schillers Schatten«. Zuletzt erschien von ihr der 60er-Jahre-Ruhrpottkrimi »Blütenträume«.

Herbert Knorr
Ohne Senf geht gar nix

Tatort: Hattingen
Tatzeit: Weihnachten

Eine Axt gehört in jedes Haus. Er trinkt einen Schluck Kaffee, beißt in ein Stück Stollen, blättert den Lokalteil der Zeitung auf.
Die Sieglinde ist dieses Jahr hervorragend.
Sie wirft die gepellte Kartoffel in die Schüssel mit dem kitschigen Obstdekor und dem hässlichen Sprung.
Vor zwanzig Jahren hat er ihr ein Tupper-Set geschenkt. Zu Weihnachten. Sie hat es nie genutzt.
Also, eine Axt gehört in jedes Haus, basta!
Wieso wozu warum weshalb brauchen wir eine Axt?
Deshalb!
Sie pellt und pellt und pellt und pellt.
Wir haben kein Senf im Haus.
Eine Axt, warum wir die brauchen? Zum Beispiel zu Weihnachten, also heute. Und zu anderen Gelegenheiten.
Der Stollen krümelt auf seinen Schlafanzug. Ihn stört es nicht.
Welche? Welche was? Welche anderen Gelegenheiten!?
Andere eben! Er besteht darauf, auf die Axt, er braucht sie dieses Jahr. Unbedingt.
Wir haben kein Senf im Haus. Ohne Senf geht gar nix.
Der Baum, der Baum muss eingestielt werden. Deshalb braucht er eine Axt.
Für ihn ist die Sache seit Monaten klar, seit Tagen abgemacht. Er geht sie nachher kaufen, da wird er den Senf mitbringen, vom REWE oben am alten Rathaus. Er liest eben nur noch den Sportteil. Er verbrennt sich den Mund: Scheiß Kaffee, scheiß Leben, scheiß Heiligabend.
Er will auch mal raus aus diesem Kaff, wie die Freunde, wegfahren, reisen, überwintern, auf Mallorca, Gran Canaria, Madeira, egal. Seine Knochen, denen täte das gut.
Aber sie will nicht weg aus Hattingen, sie feiert Weihnachten zuhause, Karneval in Holthausen und wieder Weihnachten daheim. Jedes Jahr. Immer wieder.
Aber es ist doch so schön. Weihnachten und so. Da kommen doch auch die Kinder.
Er kann es nicht mehr hören.
Dafür denkt er, stellt sich vor: Gran Canaria – das ist sein Traum. Die Plaza von Las Palmas. Die Kartenspieler, das Domino. Die vielen Schachbretter. 22 Grad zu Weihnachten. Die feiern Weihnachten zu den Heiligen Drei Königen. Balthasar, Melchior, wie hieß noch der Dritte? Egal, auf Kamelen ziehen sie durch die Stadt. In bunten Kostümen. Das ist toll.
Aber sie will nicht, seit fünfzehn Jahren will sie nicht. Erst Aber die Kinder, dann Und die Enkelkinder?, und jetzt Was machen wir mit Oma?
So lange ist er schon in Rente und sitzt hier. Nicht da, wo es warm ist.
Die Celina ist dieses Jahr nicht so gut. Die Sieglinde ist besser.
Sie greift sich eine weitere Kartoffel.
Wir brauchen Senf. Ein bisschen Senf muss in den Salat, und Senf für die Würstchen natürlich.
Eine Axt, ich brauche eine Axt...
weiter in: Schicht im Schacht 
andere kulinarische Stories (ohne Weihnachten):
Martin Schüller: Küche, Katze, Killer
René Zey: Pommes blut-weiß
Uwe Voehl: Frühstück bei Marilyn
© Olivier Favre
Der Autor:
Herbert Knorr
, geboren 1952 in Gelsenkirchen, studierte Germanistik und Geschichte und ist seit 1994 Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna. Dort erfand er mit anderen 2002 das Krimi-Festival »Mord am Hellweg«, das inzwischen das größte Krimi-Event Europas geworden ist. Viele Veröffentlichungen und Herausgeberschaften. Als »Chris Marten« schrieb er gemeinsam mit einer Kollegin die Thriller »Hydra« (2009) und »Todespfad« (2011).

Peter Schmidt
Eine Liebe unter Tage

Tatort: Gelsenkirchen

Ich legte meinen Unterarm um den Hals der jungen Frau, umfasste mit der linken Hand ihre Brust und beugte mich ruckartig vor, um ihren Körper in die Knie zu zwingen. Sie schrie auf, als habe man ihr das Genick gebrochen … ihre Arme hingen plötzlich leblos herab und ihr Kinn lag kraftlos auf meinem Arm …
Ich zog sie zum Eingang des Schuppens, der sich unterhalb des Förderturms befand.
Seitdem die meisten Schächte verfüllt worden waren, gab es nur noch die Einfahrt über ein paar alte Tagesschächte, hauptsächlich, um Grubenwasser abzupumpen. Man muss sich das Revier als einen unterirdischen See von der Größe des Bodensees vorstellen. Der schmale Schacht im Schuppen an der Rückseite des Wiesengeländes war neuerer Bauart und diente zur Kontrolle der Pumpen.
»Was ist los?«, fragte ich. »Ohnmächtig geworden?«
»Arschloch … was soll das? Wo bringst du mich hin?«
»Na also, geht ja schon wieder.«
Zwischen dem Zechenhaus und den Pappeln am Rand des Gartens tauchte der Wagen eines Paketdienstes auf. Der Fahrer stieg aus und überquerte die Straße, einen Karton unter dem Arm.
»Erwarten Sie Post?«
Sie gab keine Antwort. Ich wusste, dass sie allein im Haus lebte. Der Bote würde wieder verschwinden, wenn niemand öffnete.
»Setzen Sie sich – nein, nicht ans Fenster, auf den Stuhl an der Wand.«
Ich ließ sie los, und sie tat, was ich sagte. Sie hatte ein hübsches Gesicht, wenn auch etwas blass und gereizt, und in ihrem aufgesteckten braunen Haar, das mit einem Hornkamm aufgesteckt war, glänzte eine dunkle Schleife.
»Haben Sie keine Bekannten in der Nachbarschaft?«
»Geht Sie das was an?«
»Oh, inzwischen geht mich das eine Menge an. Sie haben mich beobachtet? Einmal sogar mit einem Fernglas von ihrem Schlafzimmerfenster aus. Und als Sie merkten, dass ich's mitbekommen hatte, gingen Sie in Deckung …«
Wir befanden auf der Hofseite, aber ich konnte durch den Ausschnitt zwischen den Pappeln sehen, wie der Kurierfahrer zurückkam, das Paket auf den Beifahrersitz warf und wegfuhr.
Ihr Haus sah aus wie eines dieser alten Zechenhäuser, denen man einen pinkfarbenen Anstrich verpasst hatte, um sie jünger wirken zu lassen, doch die schmalen Fenster im Parterre mit Quergittern und das Walmdach mit seinem charakteristischen Giebel und den halbmondförmigen Fenstern stammten aus derselben Zeit, in der die Zeche erbaut worden war.
»Was treiben Sie hier eigentlich?«, fragte sie. »Schacht Oberschuir ist doch schon seit 1984 verfüllt.«
»Als Wetterschacht, ja. Sie kennen sich aber gut aus?«
»Mein Großvater war Bergmann.«
»Und Sie leben hier allein, Julia, hab ich recht?«
weiter in Schicht im Schacht
andere Bergbau-Geschichte:
Roger M. Fiedler: Die kleine Pest von Wanne-Eickel
Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war

Der Autor: Peter Schmidt, geboren 1944 in Gescher, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Er gehört mit seinen zahlreichen Thrillern in die erste Garde der deutschen Agenten- und Polit-Thrillerautoren. In den Jahren 1986 1987 und 1991 erhielt er den Deutschen Krimipreis. 1994 verlieh man ihm in Anerkennung seines bisherigen Werkes den Literaturpreis Ruhr. Zuletzt erschien von ihm der Thriller »Endorphase-X« (2010)