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Freitag, 10. Juni 2011

Schicht im Schacht
Maloche, Macker und Moneten

Nach der erfolgreichen Anthologie »Hängen im Schacht« haben sich jetzt noch einmal mehr als ein Dutzend Experten in Sachen guter krimineller Unterhaltung auf einen Streifzug durch das mörderische Ruhrgebiet gemacht. Zwischen Duisburg und Dortmund graben sich unter anderem Jörg Juretzka, Anne Chaplet, Martin Schüller, Nadine Buranaseda, Nina George, Karr & Wehner und Ralf Kramp in den kriminellen Untergrund des Reviers. Krimis zwischen Kohle und Kulturhauptstadt von den Besten ihres Fachs!


Thüringen Journal über Karr & Wehner


Aktuelle Stunde / Lokalzeit Duisburg 18.6.2011
Gerd Herholz im Interview




*Anne Chaplet
besucht das
Museum für Frühindustrialisierung in Wuppertal:
In Barmen kein Erbarmen

*
Nadine Buranaseda mit einer Story aus der dunklen Nacht von Duisburg:
Wonderful Life


*
Ilka Stitz mit der Geschichte darüber, dass Alter nicht vor Bankraub schützt:
Die Unsichtbaren

*
Gerd Herholz meditiert über das Geld, das Leben und den Bankraub:
ZEN in der Kunst das Absahnens

*
Arnd Federspiel macht sich in Velbert und Heiligenhaus auf die Suche nach einem belesenen Mörder: Jenseits von Heljens

*
Volker W. Degener mit einer Geschichte die im Krankenhaus beginnt und im Leichenschauhaus endet:
Der Blumenmann


*Peter Schmidt taucht ab in die Tiefen des Reviers und findet: Eine Liebe unter Tage

*Christiane Dieckerhoff nimmt das Ehegelöbnis mal wörtlich: Bis dass der Tod euch scheidet

*Roger M. Fiedler taucht ab ins Carbon und folgt der Spur der Ratten:
Die kleine Pest von Wanne-Eickel

*Nina George dreht auf dem Ruhrschnellweg vollkommen ab:
On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war


*Martin Schüller gewährt einen Einblick in ein ganz spezielles kulinarisches Vergnügen: Katerfrühstück

* Ralf Kramp erzählt, was passiert, wenn man sich auf zeche Zollverein einschließen lässt: Nachts im Museum

*F.G. Klimmek engagiert sich für das Gute in Herne: Unsere Stadt soll schöner werden

*Uwe Voehl erzählt von einer Jugend in Hagen: Frühstück bei Marilyn

*Horst Bieber folgt der Spur der einsamen Herzen von Dortmund: Geschäft zu zweit

*Ulrich Straeter hat mal billiges Benzin bei Goldin getankt und damit die Idee für seinen Wirtschaftskrimi aus dem Ölmilieu gefunden:
Ene mene muh

*Klaus Stickelbroeck geht nach Schwelm, wo die Männer so rau wie die Erfurt-Raufaser sind: Rabauken, Räuber, Raue Fasern
 
*Herbert Knorr feiert Weihnachten in Hattingen:
Ohne Senf geht gar nix


*René Zey taucht ganz tief ab in die kulinarische Subkultur des Essener Westens - da hilft kein Kochprofi mehr: Pommes blut-weiß

*Sonja Ullrich spürt dem Verbrechen in Wattenscheid-Höntrop nach und findet: Eine Urne für Breslau

-ky und sein Kumpel klären endlich auf:
Was geschieht mit Czarnowanz?


*Karr & Wehner erinnern sich daran, dass der große Bert Brecht einmal eine große Ruhr-Oper schreiben sollte. Warum es nicht dazu kam - das sind: Essenener Geschichten

*Jörg Juretzka macht sich schließlich am Ende auf den Weg raus aus dem Revier:
Um Haaresbreite


Haben Sie Interesse an Autorenlesungen in Ihrer Stadt? Die Autoren von »Schicht im Schacht« kommen gern zu Ihnen!
Betrachten Sie das ruhig als Drohung ...


H.P. Karr (Hg)
Schicht im Schacht
Malocher, Macker und Moneten
Das zweite Mordsbrevier fürs Mordsrevier
Hillesheim: KBV-Verlag (2011)
ISBN-10 3942446049
ISBN-13 978-3942446044

Mittwoch, 18. Mai 2011

Tatort Ruhrgebiet: Schicht im Schacht


Krimis über Maloche, Macker und Moneten

Im letzten Jahr war das Ruhrgebiet Europäische
 Kulturhauptstadt. Die mit fünf Millionen Menschen einwohnerstärkste Region Deutschlands zeigte, was sie zu bieten hat. Jetzt zieht Krimi-Herausgeber H.P. Karr die kriminelle Bilanz: In der Reihe der „Mordlandschaften„ bei KBV erscheint der zweite Band mit Kurzkrimis aus dem Ruhrgebiet. Motto: Wenn nix mehr geht, dann ist »Schicht im Schacht«.

Wenn alles vorbei ist, wenn alles aus ist, dann ist »Schicht im Schacht«. Die Frage, was danach kommt, beantworten zwei Dutzend Krimi-Autoren in der neuen Sammlung von Ruhrgebiets-Kurzkrimis. Von Dortmund bis Duisburg, von Bottrop bis Schwelm und von Mülheim bis Wattenscheid: überall blüht das literarische Verbrechen. Spannung an jeder Straßenecke, Mord über und unter Tage!
Für die »Schicht im Schacht« haben die besten Krimi-Autorinnen und Autoren den »Pott« durchstreift und mörderisch viel Beute gemacht: Krimis über Maloche, Macker und Moneten, Mord und Totschlag zwischen der Hattinger Altstadt, dem Essener Westviertel und dem Landschaftspark Duisburg.
Es sind Geschichten, die das Ruhrgebiet zwischen gestern und heute zeigen - mit Mordermittlungen in Heiligenhaus und Wattenscheid, kulinarischer Kriminalität auf der Bochumer Zeche Victoria und einer romantischen Rotlichtballade auf der A40 zwischen Bochum und Duisburg. Es sind in jeder Beziehung ausgezeichnete Autoren, die sich in den kriminellen Untergrund des Reviers begeben: Horst Bieber. Anne Chaplet und Jörg Juretzka sind Träger des Deutschen Krimipreises, Jörg Juretzka und Peter Schmidt wurden mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet.

Außerdem sind bei der verbecherischen Tour de Ruhr die Jungtalente Arnd Federspiel, Sonja Ullrich und Nadine Buranaseda dabei und auch alte Hasen wie Martin Schüller, Roger M. Fiedler und Volker W. Degener. Zur Abrundung hat Herausgeber H.P. Karr auch Krimi-Grenzgänger wie Gerd Herholz, Herbert Knorr und René Zey für Stories gewinnen können.

Samstag, 23. April 2011

Tatort Hagen
Pommes und Mord bei Marilyn

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Hagen-Krimi

»Ihre Leiche fand man in der Volme«, heißt es in der Kriminalstory »Frühstück bei Marilyn« von Uwe Voehl. »Einfach von der Brücke geworfen. Von der Altenhagener Straße. Sie sei ertrunken, hieß es.« Die neue Mord-Story aus der Feder des  Hagener Autors ist das bittere Protokoll einer Abrechnung. 
Was geschah vor Jahren in der Juggendclique, die sich regelmäßig an Marilyns Imbiss traf? »Ja, da war diese Pommesbude«, erinnert sich der Erzähler. »Das heißt, eigentlich war es keine Bude, sondern ein alter Lieferwagen, der an jener heruntergekommenen Ecke auf dem Weg zum Bahnhof seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.«
»Schicht im Schacht« heißt die neue Anthologie mit Revierkrimis, für die Herausgeber H.P. Karr den Hagener Uwe Voehl verpflichten konnte. Und natürlich geht es in der viel Einfühlungsvermögen in psychologische Situationen und ebensoviel Freude am Lokalkolorit geschriebenen Geschichte von Marilyn und ihrem Imbisswagen um »Pommes rot-weiß« und »Currywurst, scharfmachen«.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Imbisswagen in der Nähe des Hagener Bahnhofs oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Uwe Voehl bei Radio 107,7 Hagen über seine Story "Frühstück bei Marilyn"

Mittwoch, 20. April 2011

Tatort Essen
Spannung mit der »Schicht am Schacht«

Revierkrimi-Sammlung bringt drei neue Essen-Krimis

»Dunkler Rauch quoll aus dem Fenster des Tura-Grills«, heißt es in der Kriminalstory »Pommes blut-weiß« von René Zey. »Er hüllte das Pommesbüdchen und die halbe Oberdorfstraße in eine graue, wabernde Wolke.« Mit viel Gespür für Zeit- und Lokalkolorit macht der gebürtige Essener René Zey die legendäre Frittenschmiede in Altendorf zum Schauplatz einer bittersüßen Liebes- und Mordgeschichte. Kein Wunder, dass hier jeder Satz, jede Beobachtung stimmt: René Zey lernte in den Achtzigern den einschlägig bekannten Nachtschwärmertreff selbst hautnah kennen.

Auch Ulrich Straeter, Autor des Wirtschaftskrimis »Ene mene muh« war ganz nah dran an seinem Thema. Als Beamter im Zollamt an der Trentelgasse erlebte er vor 30 Jahren die Affäre um den »Ölkönig von Herne« mit. Jetzt beschreibt er den früheren Polit- und Wirtschaftsfilz.

Noch weiter zurück führt das Autorenteam Karr & Wehner die Leser mit seinen »Essener Geschichten« - es geht um die »Ruhroper«, die Bert Brecht 1927 im Auftrag der Kohlebarone schreiben sollte. In der Realität blieb das Werk Fragment - aber was wäre, wenn der große Brecht es wirklich vollendet hätte? Mit dieser Frage sieht sich Detektivin Mary Amos in der Story des Essener Autorenteams konfrontiert.

»Schicht im Schacht« heißt die Anthologie, in der Herausgeber H.P. Karr zwei Dutzend spannende Ruhrgebietkrimis versammelt hat. Spannung an Schauplätzen zwischen Duisburg und Dortmund, Mord und Totschlag zwischen Schwelm und Hattingen.

»Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Tura-Grill oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor.

Samstag, 2. April 2011

Sonja Ullrich
Eine Urne für Breslau

Tatort: Wattenscheid-Höntrop

Der Straßenschotter knirschte unter Marinellis profillosen Mafiososohlen, als er ins Büro der Dienststelle galoppierte. »Wir haben einen Namen!«
Pankowiak saß mit dem Rücken zum Fenster. Die Sonne brüllte durch die buttrig verschmierten Scheiben, die gilben Wände reflektierten ihr Schimmern kaum. Sein Hemd war knittrig, denn seine Frau hasste es zu bügeln. Er zog die Schreibtischschublade auf, nahm mit spitzen Fingern den druckfrischen Zehnmarkschein heraus und fächelte sich damit etwas Luft zu. »Giovanni?«, spekulierte er. »Richtig?«
Marinelli runzelte die Stirn.
»So heißt ihr Italiener doch immer«, sagte Pankowiak. »Oder Luigi. Oder Salvatore, wie dieser Nussschalenschubser auf RTL.«
Marinellis Brauen schoben sich zusammen. Eines seiner Hundeaugen zwinkerte. »Ihr werdet es noch früh genug erfahren. Nämlich wenn der Kleine auf der Welt ist.« Er wedelte mit dem Aktendeckel, den er mitgebracht hatte. »Ich spreche eigentlich von unserem Toten aus dem Südpark in Höntrop.«
Pankowiak legte den Zehner in die Schublade zurück. »Lass hören.«
»Unser Mann hieß Matthias Tengler.«
»Klingt jung.«
Marinelli schnalzte mit der Zunge. »Von wegen. Matthias ist ein biblischer Name.«
»Könnte doch hinkommen. Viel war ja von ihm nicht mehr übrig, als die vom Grünflächenamt ihn beim Ausholzen in den Baumwurzeln gefunden haben.«
Der Italiener überging seinen Kommentar. »Es gibt nur ein Problem. Matthias Tengler wurde längst beerdigt. Vor zehn Jahren schon, 1986.«
Pankowiaks Oberkörper schwang nach vorne. »Wer sagt das?«
»Das Standesamt. Die Müller bringt gerade den Chef auf den Stand.«
»Und woher wissen wir, dass wir den richtigen Tengler auf dem Tisch haben?«
»Der Pathologe hat das Zahnschema des Toten rumgeschickt. Treffer bei einem Doktor in Leithe.« Marinelli klatschte den uringelben Aktendeckel ungeduldig gegen den Oberschenkel Pankowiak mochte das nicht.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Revierkrimis:
Ilke Stitz: Die UnsichtbarenGerd Herholz: ZEN in der Kunst das Absahnens
Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet



Die Autorin:
Sonja Ullrich, geboren 1977 in Lünen, wuchs auch dort auf und lebt seit 2007 in Bochum. Hauptberuflich arbeitet sie in der Rechtsabteilung eines globalen Chemieunternehmens. Mit ihren Krimis »Teppichporsche« (2010) und »Fummelbunker« (2011) führte sie ihre Heldin Esther Roloff,  Versicherungsdetektivin auf Probe in Wattenscheid in die Krimi-Szene ein.

Sonntag, 27. März 2011

Volker W. Degener
Der Blumenmann

Tatort: Mülheim an der Ruhr

»Nicht wahr, jetzt ist alles in bester Ordnung«, sagt die Stationsschwester und verabschiedet sich. »Alles Gute! Für Sie und die Kleine.«
»Na ja – trotzdem vielen Dank!«
Andy Bestwig schnappt sich die Reisetasche und den Babykorb. Laura ergreift sein Handgelenk. Sie will ihm den Korb mit dem Baby abnehmen. »Das ist zu viel für dich«, sagt sie. »Zu schwer.«
»Nein, nein. So gewöhne ich mich schneller an die doppelte Verantwortung«, verkündet er schmunzelnd. »Verantwortung für dich und unser wunderbares Kind.«
Ein Lächeln huscht über Lauras Gesicht.
Sie gehen zum Aufzug.
»Zum Glück hab ich vor der Klinik einen Parkplatz erwischt«, sagt Andy.
Als er den Rufknopf gedrückt hat und sich wartend umschaut, stößt er Laura mit dem Ellenbogen an.
»Du, warte mal!«
»Was ist denn?« Die Fahrstuhltür gleitet auf.
»Moment mal. Da ist der Kerl wieder. Der mit dem Blumenstrauß.«
»Ich verstehe nicht«, sagt Laura. Die Aufzugtüren schließen sich lautlos.
»Der in deinem Zimmer war, der uns beklaut hat.«
»Bist du sicher?«
»Hundert Prozent. Du hast ihn ja ganz genau beschrieben.«
Während Andy den Mann mit den Blumen nicht aus den Augen lässt, setzt er zuerst die Reisetasche und dann ganz vorsichtig den Babykorb ab. Zum Glück schläft das Baby immer noch.
»Bin gleich zurück!«

Und damit eilt Andy dem Unbekannten nach, der gerade im Treppenhaus verschwindet. Am Treppenabsatz kann er den Mann gerade noch als flüchtigen Schatten ausmachen. Der Fremde ist schon eine Etage tiefer.
»Hallo! Moment mal!«, ruft ihm Andy nach.
Der Kerl fühlt sich nicht angesprochen, wirft nur einen kurzen Blick über die Schulter, erhöht aber zugleich seine Geschwindigkeit. Andy hastet hinterher, und er spürt, wie seine Wut mit jeder Treppenstufe zunimmt. Eine bisher unbekannte Wut.
»Hallo, Sie!«
Der Kerl hat unten eine der dunkelblauen Türen am Fuß der Treppe geöffnet, schlüpft hindurch und zieht sie hinter sich zu. Als Andy die Tür aufdrückt, steht er im Keller der Klinik.  Versorgungsrohre. Ausrangierte Betten und Nachttische. Plastiksäcke.
»Verdammt!«
Schummrige Beleuchtung. Eine Neonlampe blinkt aufgeregt mit einem flackernden Surren. Andy hält den Atem an, lauscht. Keine Schritte, nichts.
Doch! Atmen. Unterdrücktes Atmen, Keuchen.
Mit einem trockenen Klick geht das Licht aus. 
weiter in: Schicht im Schacht
weitere Ruhrgebietskrimis
Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Herbert Knorr: Ohne Senf geht gar nix
Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet

  
Der Autor:
Volker W. Degener, geboren 1941 in Berlin, wuchs im Ruhrgebiet auf, war Polizist in Bochum, Polizeipressesprecher und zuletzt Kommissariatsleiter in Herne. Er schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen, darunter viele Kinder- und Jugendbücher. Sein Jugendroman »Geht's uns was an«, der auch verfilmt wurde, gehört zu den Klassikern zum Thema Kindesmisshandlung. Zuletzt erschienen von ihm der Jugendroman »Scheiße, der will Amok laufen« (2010).

Sonntag, 20. März 2011

-ky und sein Kumpel
Was geschieht mit Czarnowanz?

Tatort: Essen

»Jetzt kann wirklich nichts mehr schief gehen.« Verena Kwiatkowski war seit fünfzehn Jahren Assistentin bei der Kripo Essen und wusste alles über Entführungen und die Übergabe des Lösegeldes. In Theorie und Praxis war sie gleichermaßen ein Ass. »Mit dem Czarnowanz - das ist wirklich genial.«
Der das sagte, war Uwe Kubschütz, ein zerbrechlich wirkender junger Mann von knapp dreißig Jahren, der am Bahnhof Altenessen einen Computerservice betrieb, der allerdings trotz der Konjunktur in dieser Branche kaum seinen Mann ernährte, so dass Uwe nebenbei noch drei Tage in der Woche als Aushilfsmüllkutscher für die Entsorgungsbetriebe Essen arbeiten musste.
Was beide vereinte, Uwe und Verena, war nicht nur die Liebe, sondern auch der Traum von einem Leben, das darin bestand, immer on the road zu sein und auf einer Luxusyacht über die Meere zu schippern, von Hamburg nach Hawaii, von Java nach Rio, von Hongkong zu den Fidschi-Inseln, und mit den Großen dieser Welt Partys zu feiern und Champagner zu schlürfen.
Danach wollten sie in die DomRep und in Puerto Plata ein Hotel eröffnen - wie das ging, hatten sie zuletzt in einer Dokusoap auf RTL2 gesehen. Da würden sie dann in Ruhe den Rest ihres Lebens genießen.
Um das alles mit ihren nicht eben hohen Einkommen finanzieren zu können, hätten sie allerdings 1000 Jahre warten müssen. Wenn man jeden Monat nicht einmal 500 Euro auf die hohe Kante legen konnte und für seine Pläne mindestens fünf Millionen brauchte, dann ging das halt nicht schneller.
So hätten also Uwe und Verena alle ihre Träume begraben können, wenn da nicht Winfried Czarnowanz gewesen wäre, der mit seinen diversen Firmen ein reicher Mann geworden war. Nur wenige wussten das, denn Czarnowanz betrieb seine Holding unter einem Namen, der nichts verriet, und lebte perfekt getarnt in einem kleinen Einfamilienhaus an der Liboristraße in Katernberg. Die Nachbarn hielten ihn für einen ganz normalen leitenden Angestellten. Er ging auf die Sechzig zu, die Kinder studierten im Ausland und seine Frau schien ab und an zu trinken. Aber auch das war ja ganz normal.


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Und diesen Winfried Czarnowanz hatten sich Uwe und Verena nun als Opfer für ihr Kidnapping ausersehen.
Verena hatte alles sorgfältig recherchiert. »Das sind Leute, die darauf aus sind, nur nicht aufzufallen. Fünf Millionen sind ein Klacks für sie. Wenn wir seine Frau anrufen, wird sie auf der Stelle zahlen. Nur kein Aufsehen, nur keine Medien. Das wird genauso abgehen wie damals bei der Entführung dieses Discount-Millionärs aus Schonnebeck.«
Uwe Kwiatkowski nickte. »Das Versteck ist vorbereitet, ebenso alles für die Kontaktaufnahme mit ihr. Und was dann noch die Übergabe des Lösegeldes betrifft, da …«
»… da sehe ich die geringsten Probleme, Bärchen!«, sagte Verena. »Das einzige Risiko, das ich noch sehe, liegt im Zugriff. Dass es Zeugen gibt, wenn wir Czarnowanz morgens abfangen, dass jemand das sieht und meine lieben Kollegen anruft …«
»Kann ich mir nicht vorstellen.«
***
Und in der Tat, es klappte alles wie vorausberechnet. Als der Wagen der Essener Entsorgungsbetriebe am Mittwochmorgen in der Liboristraße langsam an Czarnowanz vorbei rollte, war das so alltäglich, dass der nicht einmal hinsehen mochte. Aber auch in diesem Falle wäre ihm nicht aufgefallen, dass diesmal ein anderer Müllwerker als sonst am Steuer saß.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Stories aus Essen:
Ralf Kramp: Nachts im Museum
Ulrich Straeter: Ene mene muh
René Zey: Pommes blut-weiß
Karr&Wehner: Essener Geschichten


Der Autor:
-ky, alias Horst Bosetzky, geboren 1938 in Berlin, legte mit seinen Romanen in den achtziger Jahren gemeinsam mit anderen den Grundstein für den neuen deutschen Krimi. Er veröffentlichte bisher rund 80 Bücher, sowie zahllose Stories und Hörspiele. Zuletzt erschienen von ihm in der Reihe um den Kriminalkommissar Kappe aus dem Berlin der 30Jahre die beiden Romane »Bücherwahn« (2010) und »Feuereifer« (2011). Über den Kumpel, mit dem er hier zusammengearbeitet hat, ist nur bekannt, dass er tief in der Krimiszene des Reviers verstrickt ist.

Freitag, 18. März 2011

Martin Schüller
Katerfrühstück

Tatort: Bochum

»Verdammt, warum stehen die Gläser hier noch rum?«, blaffte Marcus Wüst, als er die Kochschule im Gebäude der ehemaligen Zeche Hannover betrat. Sie waren hier vielleicht etwas weitab vom Schuss im Bochumer Norden, aber die Nähe zum Westfälischen Landesmuseum für Industriekultur garantierte ein gewisses Niveau.


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Es war bereits später Nachmittag und Vivian, seine Assistentin, war noch dabei, die Tafel einzudecken. Dabei hätte sie längst schon mit der Vorbereitung des Gemüses anfangen sollen.
Vivian Schneider eilte herbei, und begann, die Paletten mit den leeren Einweckgläsern in den Lagerraum zu tragen. Er würde später seinen berühmten Lammfond darin abfüllen, ohne den kaum ein Teilnehmer seiner Kochseminare nach Hause ging. Dass der Fond zu neunzig Prozent aus der Dose kam, hatte noch keiner bemerkt. Die Gewinnspanne war fantastisch.
Er sah sich unzufrieden um.
Das Edelstahl der Backöfen, Töpfe und Dampfgarer blinkte. Die schwarzen Flächen der Induktionsherde schimmerten streifenfrei. Die aufgearbeiteten Backsteinwände sorgten für rustikal-nostalgische Atmosphäre. Für die Umnutzung des Industriedenkmals hatte es eine gesunde Finanzspritze vom Land gegeben, so dass ihn der Umbau kaum einen Cent gekostet hatte.
Es gab eigentlich keinen Grund, unzufrieden zu sein, aber Marcus Wüst war von Natur aus unzufrieden.
Zwölf Leute würde die Gruppe heute Abend umfassen. Zwölf der üblichen Banausen, denen er an einem Abend die Grundlagen des guten Kochens beibringen sollte.
Immerhin bezahlten sie dafür. Und nicht zu knapp. Er lächelte höhnisch.
Vivian hatte die Gläser ins Lager geräumt und trug nun ein Tablett mit Tellern herein. Sie schien sich gefangen zu haben. Die letzten Wochen war sie am Boden zerstört gewesen, weil Groucho, ihr Kater gestorben war. Sie hatte ihn nach langem Suchen auf dem Platz vor dem Schauspielhaus gefunden. Ohne äußere Verletzungen, aber mausetot.
Er hatte Mitleid geheuchelt, so gut es ging, und heucheln konnte er ziemlich gut. Das musste er auch, denn schließlich hatte er das Tier auf dem Gewissen.
Eine Katze, mausetot – Wüst grinste böse in sich hinein. ...
weiter in: Schicht im Schacht
andere kulinarische Stories:
René Zey: Pommes blut-weiß
Uwe Voehl: Frühstück bei Marilyn

Der Autor: Martin Schüller, geboren 1960 in Haan, lebt in Köln und hat als Nachttaxifahrer die Vorder- und Rückansichten der Stadt erkundet. Sein Debüt als Krimi-Autor lieferte er mit dem Roman »Jazz«, seine Beziehung zur Musik spiegelt sich auch in »King«. Zuletzt erschienen von ihm die Oberbayern-Krimis »Tod in Garmisch« und »Die Seherin von Garmisch«.

Ulrich Straeter
Ene mene muh

Tatort: Ruhrgebiet 1979

Schäfer schwitzte. Die beiden Filmleuchten des Teams rissen nicht nur jeden Winkel des Kellers aus dem Dunkel, sondern hatten den Raum auch zur Sauna gemacht. Schäfer hätte nie gedacht, dass er als Pensionär noch einmal mit dieser Sache zu tun bekommen würde.
»Können wir?« Der Reporter fasste sein Handmikro fester, der Kameramann schulterte die Betacam, und der Schlosser entzündete die Flamme seines Schweißbrenners.
Schäfer sah, wie die blaue Feuerlanze sich der Tresortür näherte, während der Reporter mit angemessener Dramatik seinen Aufsager in die Kamera machte: »Das ist der Tresor von Edwin Rombach. Wir sind hier im ehemaligen Haus des ehemaligen Ölkönigs von Wanne-Eickel. Wo genau, das können wir nicht sagen, weil der jetzige Eigentümer, der es aus einer Zwangsversteigerung erworben hat, Wert auf Diskretion legt. Jahrelang hat er nicht gewusst, was für einen – sagen wir – prominenten Vorbesitzer er hier hatte. Als er vor einem halben Jahr seinen Keller ausbauen wollte und eine Trennwand einriss, entdeckte er diesen Tresor, der seit 30 Jahren unberührt ist. Womöglich seit dem Tag, als Edwin Rombach auf der Flucht vor Staatsanwaltschaft, Finanzamt und Zollfahndung abtauchte – mit knapp fünf Millionen Mark in bar. Er hinterließ fast 500 Millionen an Steuerschulden, einen arglosen Amateurfußballverein, den er gesponsert hatte und eine Menge Fragen.«
Die Flamme des Schneidbrenners grub sich ins Metall der Tresortür. Es roch scharf nach verbrannter Farbe. Und plötzlich hatte Schäfer das Mikro vor dem Gesicht. »Bernd Schäfer war damals bei der Zollbehörde in Essen für die Vollstreckung der Steuerschulden zuständig. Wie war das damals, Herr Schäfer?«

Auf Platz 1: Die Village People mit: »Y.M.C.A«
Gefolgt von Platz 2: Blondie mit »Heart of Glass«
Und als Neueinsteiger auf Platz 10: Boney M. mit »El Lute«


Ja, wie war das damals?
Bregenz und Faller vom Zollfahndungsamt Düsseldorf schauten meist kurz nach Mittag vorbei. Wenn sie 'vor Ort' ermittelten, wollten sie immer ein wenig reden, im Außendienst vereinsame man sonst, meinten sie.
Schäfer, Zollinspektor beim Hauptzollamt Essen an der Trentelgasse, zuständig für die Zwangsvollstreckung hinterzogener Zölle und Verbrauchssteuern, war dann meist schon zurück aus der Mittagspause. Die dauerte offiziell eine halbe Stunde, doch daran hielt sich niemand. Auch Schäfer überzog, meist eine Viertelstunde, wenn er nach dem Essen in der Kantine des Hauptbahnhofs noch kurz über die Kettwiger schlenderte. Auch beim Überziehen der Mittagspause wurde im Hauptzollamt die Hierarchie eingehalten: die Chefs brauchten ein bis zwei Stunden, um zu ihren weichen Sesseln zurück zu kehren.
Schäfer redete gern mit den beiden Fahndern, nicht nur weil er einige ihrer Fälle später zur Vollstreckung der hinterzogenen Steuern auf den Tisch bekam. Was nicht unbedingt immer so angenehm war, denn hinterzogene Steuern herein zu holen, war, gerade bei den größeren Summen, ein mühsames Geschäft.
An manchen Tagen, wenn gegen drei das ganze Hauptzollamt nach dem schweren Kantinenessen langsam im Schnitzelkoma versank, warf ihm Terhart, ein Kollege vom mittleren Dienst, zur Anregung schon mal ein paar Dänen-Pornos auf den Schreibtisch. »Aus unserer Asservatenkammer, beschlagnahmte Ware.«
Beschlagnahmt nicht wegen Schweinerei, sondern weil sie geschmuggelt worden waren, um die Umsatzsteuer zu hinterziehen. Schäfer blätterte dann lustlos in den Heften herum – erst eine Seite Werbung, dann ging es los: Ein Frachter legt im Hafen an. Ein smarter Seemann geht von Bord, schicke dunkelblaue Uniform, weiße Litzen. Schirmmütze. Noch im Hafengelände wird er von zwei hübschen aufgedonnerten Damen angesprochen. Eine Superblonde und eine Schwarzhaarige. In sehr kurzen Röcken, man kann die Slips sehen. Sie ziehen ihn in den Eingang eines Lagerschuppens. Plötzlich hat die Blonde die Titten draußen, die Schwarzhaarige knöpft dem Matrosen die Hose auf, geht in die Knie. Großaufnahme. Die dürftigen Texte entfielen jetzt, aber Schäfer konnte die Bildergeschichten ohnehin inzwischen fast auswendig herbeten. Die Fotos waren gut. Scharf. Da waren Profis am Werk gewesen, das wurde Schäfer immer dann klar, wenn sich bei ihm etwas regte. Die Blonde war inzwischen nackt und die Schwarzhaarige griff …
Die Fortsetzung sollte im nächsten Heft folgen und versprach, dass auch der Kapitän noch auftauchen würde.

Eines Tages schien Bregenz und Faller irgendetwas zu bedrücken. Es dauerte einige Zeit, bis sie damit herausrückten.
»Wir sind gestoppt worden!«, sagte Bregenz.
»Wie, gestoppt?«, fragte Schäfer.
»An der Arbeit gehindert«, sagte Faller.
»Nicht so laut«, meinte Bregenz.
Schäfer zog die Augenbrauen hoch, stand auf und schloss die Tür zum Nachbarbüro, wo eine junge Kollegin an der Statistik des Hauptzollamtes arbeitete.
»Euminsco!«, sagte Faller.
»Und Rombin«, ergänzte Bregenz.
»Ach«, sagte Schäfer.
weiter in: Schicht im Schacht
andere Geschichten:
René Zey: Pommes blut-weiß
Uwe Voehl: Frühstück bei Marilyn
Peter Schmidt: Eine Liebe unter Tage

Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Ralf Kramp: Nachts im Museum
Sonja Ullrich: Ein Urne für Breslau
Die Vorlage für Story ist die "Goldbach-Affäre". Dazu:
Es geschah in NRW - Der große Benzinbetrug, Ein Film von Christoph Weber, 45 Min, WDR 15. April 2011, 20.15 - 21.00 Uhr
Arne Poll: Auf Jagd nach den Goldbach-Millionen, WAZ Herne, 11.10.2010
Erhard Goldbach bei WIKIPEDIA


Der Autor:
Ulrich Straeter
, geboren 1941 in Dortmund, lebt seit 1968 in Essen. Er arbeitete von 1968 bis 1981 bei der Bundesfinanzverwaltung, studierte dann Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften und machte 1986 sein Staatsexamen. Seitdem arbeitet er im Kunst- und Kulturbereich als Organisator, Autor und Verleger. Nach zahlreichen Reisebüchern veröffentlichte er 2010 seinen ersten Kriminalroman – den Revierkrimi »Grüne Minna«.


Sonntag, 13. März 2011

Uwe Voehl
Frühstück bei Marilyn

Tatort: Hagen


Frische Pommes, leckre Wurst,
eine Coca für den Durst,
etwas Saures für den Magen,
das kann jeder gut vertragen!

Ich erinnere mich, als wäre es erst gestern geschehen. Ihre Leiche fand man in der Volme. Einfach von der Brücke geworfen. Von der Altenhagener Straße. Sie sei ertrunken, hieß es.
Dass sie von der Brücke geworfen wurde, behaupte ich. Offiziell kam man zu dem Schluss, dass sie sturzbetrunken war, sich übergeben musste und dabei über das Geländer gekippt sei. Ziemlich unwahrscheinliche Sache. Man muss sich schon sehr weit über das Geländer lehnen, um das Gleichgewicht zu verlieren. Außerdem ist die Volme an der Stelle nicht viel tiefer als eine Pfütze. Selbst ein Einjähriger kann darin stehen.
Eher hätte sie sich das Genick brechen können. Aber gut, ich will es nicht abstreiten: Angenommen, sie wäre wirklich ohne Fremdeinwirkung von der Brücke gestürzt, dann hätte sie so unglücklich aufkommen können, dass sie das Bewusstsein verloren hätte und theoretisch selbst in der flachen Volme ertrinken können.
Dennoch: Das Ganze ist so unwahrscheinlich, als würde ich behaupten, ich könnte mich unter einem Wasserhahn ertränken. Oder mir mit einem Spielzeugmesser die Pulsadern aufschneiden. Oder mich mit einem Zwirnfaden erhängen.
Was ich nämlich definitiv weiß: Prinzessin Kajuku hat nicht getrunken. Niemals! Nicht einen Tropfen Alkohol! Ihre Eltern waren beide Alkoholiker. Da gab es oft Zoff zu Hause. Ich wusste, wie sehr sie das Elend hasste! Oft kam sie mit einem blauen Auge oder aufgeplatzten Lippen in die Schule.
»Gib mir die Absolution, und ich bring das Schwein von Stiefvater für dich um«, hatte ich ihr einmal angeboten, aber sie hatte nur den Kopf geschüttelt und gesagt: »Ich kann doch meine Eltern nicht dafür hassen, dass sie krank sind.«
So war sie, eine Art Samariterin.
Eine Heilige, sagten andere.
 ***
»Mehr als dreißig Jahre ist das jetzt her«, sagte Alex.
»Fünfunddreißig! Mehr als fünfunddreißig«, berichtigte Brandy.
Wir hatten uns in »Melinda's Pub« verabredet. Der Schuppen befand sich genau an der Stelle, an der vor über dreißig Jahren Marilyns Imbisswagen stand. Damals war hier nur ein Parkplatz gewesen. Dann hatte man irgendwann einen Neubau an der Stelle hochgezogen.

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andere Pommes- und Imbiss-Geschichte:
Renè Zey: Pommes blut-weiß

Der Autor:
Uwe Voehl, geboren 1959 in Hagen, lebt in Bad Salzuflen und arbeitet nach einem Wirtschaftsstudium als Werbetexter und Schriftsteller. Bereits seit den 1970ern schreibt er Beiträge und Exposés für zahlreiche Romanheftserien. Seine Erzählungen und Kurzgeschichten wurden mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm »Blut und Rüben« (2011), der erste Krimi aus der Moritz Morgenstern-Reihe.