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Mittwoch, 11. Mai 2011

Tatort Gelsenkirchen
Kriminelle Liebe unter Tage

Revierkrimi-Sammlung bringt drei spannenden Gelsenkirchen-Krimi

»Ihr Haus sah aus wie eines dieser alten Zechenhäuser, denen man einen pinkfarbenen Anstrich verpasst hatte, um sie jünger wirken zu lassen«, heißt es in der Kriminalstory »Eine Liebe unter Tage« von Peter Schmidt. Hier in der ehemaligen Zechensiedlung in Feldmark hat sich der Held der Story auf der Flucht aus dem Gefängnis versteckt. In der Siedlung beim Schacht Oberschuir der Zeche Consolidation entdeckt ihn seine Nachbarin. Wird sie die Polizei verständigen?

Nein - es beginnt vielmehr die »Liebe unter Tage«, doch nachdem die beiden über einen alten Luftschacht ins Bergwerk eingefahren sind, sitzen sie fest. Der mit dem Deutschen Krimipreis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnete Gelsenkirchener Autor Peter Schmidt erzählt seine Story mit Liebe zum Gelsenkirchener Lokalkolorit und steuert damit ein Highlight zur aktuellen Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« bei, die vom Krimi-Experten H.P. Karr herausgegeben wurde.

Die neue Ruhrgebietskrimi-Sammlung vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis der mörderisch guten Unterhaltung. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Stars des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

»Wenn alles vorbei ist, wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen ahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf reviertypische Gegebenheiten." Wie etwa die Tatsache, dass das ganze Ruhrgebiet unter Tage von Streben und Stollen durchzogen ist, in denen man sich verstecken kann. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.

Unter dem Motto "Maloche, Macker und Moneten" bietet »Schicht im Schacht« alles, was den Krimifreund interessiert: Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch Stories, in denen der revier-typische Humor zum Zuge kommt.

Samstag, 23. April 2011

Tatort Hagen
Pommes und Mord bei Marilyn

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Hagen-Krimi

»Ihre Leiche fand man in der Volme«, heißt es in der Kriminalstory »Frühstück bei Marilyn« von Uwe Voehl. »Einfach von der Brücke geworfen. Von der Altenhagener Straße. Sie sei ertrunken, hieß es.« Die neue Mord-Story aus der Feder des  Hagener Autors ist das bittere Protokoll einer Abrechnung. 
Was geschah vor Jahren in der Juggendclique, die sich regelmäßig an Marilyns Imbiss traf? »Ja, da war diese Pommesbude«, erinnert sich der Erzähler. »Das heißt, eigentlich war es keine Bude, sondern ein alter Lieferwagen, der an jener heruntergekommenen Ecke auf dem Weg zum Bahnhof seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.«
»Schicht im Schacht« heißt die neue Anthologie mit Revierkrimis, für die Herausgeber H.P. Karr den Hagener Uwe Voehl verpflichten konnte. Und natürlich geht es in der viel Einfühlungsvermögen in psychologische Situationen und ebensoviel Freude am Lokalkolorit geschriebenen Geschichte von Marilyn und ihrem Imbisswagen um »Pommes rot-weiß« und »Currywurst, scharfmachen«.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa der Imbisswagen in der Nähe des Hagener Bahnhofs oder die Goldbach-Affäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Uwe Voehl bei Radio 107,7 Hagen über seine Story "Frühstück bei Marilyn"

Mittwoch, 20. April 2011

Tatort Wattenscheid
Ein falscher Toter im Stadtpark

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Wattenscheid-Krimi von Sonja Ullrich

»Unser Toter wurde als Matthias Tengler identifiziert«, heißt es in der Kriminalstory »Eine Urne für Breslau« von Sonja Ullrich. »Zuletzt wohnhaft In der Hönnebecke.«  Soweit ist das ein ganz normaler Fall für Kommissar Pankowiak und seine Kollegen. Der Tote aus dem Stadtpark in Höntrop ist identifiziert. Doch: »Allerdings gibt es schon einen toten Matthias Tengler. Der liegt in Wattenscheid-Höntrop auf dem Katholischen Friedhof.«

Wie ein falscher Toter in die Urne auf dem Höntroper Friedhof kam und ein echter Tochter in den Satdtpark - davon erzählt Sonja Ullrich, Krimi-Autorin aus Wattenscheid-Höntrop in ihrem nicht nur spannenden, sondern auch heiteren Kurzkrimi, der jetzt in der Anthologie »Schicht im Schacht« erschienen ist.
Sonja Ullrich, die mit ihren beiden Wattenscheid-Krimis »Teppichporsche« und »Fummelbunker« ihr Talent für spannende und pfiffige Unterhaltung unter Beweis stellte, gehört zu den knapp zwei Dutzend Top-Autoren, die von Krimi-Herausgeber H.P. Karr zur Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« eingeladen wurden. Das Buch ist soeben im KBV-Verlag erschienen.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa den Höntroper Stadtpark oder auch die Häuserzeile In der Hönnebecke. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Sonntag, 27. März 2011

Volker W. Degener
Der Blumenmann

Tatort: Mülheim an der Ruhr

»Nicht wahr, jetzt ist alles in bester Ordnung«, sagt die Stationsschwester und verabschiedet sich. »Alles Gute! Für Sie und die Kleine.«
»Na ja – trotzdem vielen Dank!«
Andy Bestwig schnappt sich die Reisetasche und den Babykorb. Laura ergreift sein Handgelenk. Sie will ihm den Korb mit dem Baby abnehmen. »Das ist zu viel für dich«, sagt sie. »Zu schwer.«
»Nein, nein. So gewöhne ich mich schneller an die doppelte Verantwortung«, verkündet er schmunzelnd. »Verantwortung für dich und unser wunderbares Kind.«
Ein Lächeln huscht über Lauras Gesicht.
Sie gehen zum Aufzug.
»Zum Glück hab ich vor der Klinik einen Parkplatz erwischt«, sagt Andy.
Als er den Rufknopf gedrückt hat und sich wartend umschaut, stößt er Laura mit dem Ellenbogen an.
»Du, warte mal!«
»Was ist denn?« Die Fahrstuhltür gleitet auf.
»Moment mal. Da ist der Kerl wieder. Der mit dem Blumenstrauß.«
»Ich verstehe nicht«, sagt Laura. Die Aufzugtüren schließen sich lautlos.
»Der in deinem Zimmer war, der uns beklaut hat.«
»Bist du sicher?«
»Hundert Prozent. Du hast ihn ja ganz genau beschrieben.«
Während Andy den Mann mit den Blumen nicht aus den Augen lässt, setzt er zuerst die Reisetasche und dann ganz vorsichtig den Babykorb ab. Zum Glück schläft das Baby immer noch.
»Bin gleich zurück!«

Und damit eilt Andy dem Unbekannten nach, der gerade im Treppenhaus verschwindet. Am Treppenabsatz kann er den Mann gerade noch als flüchtigen Schatten ausmachen. Der Fremde ist schon eine Etage tiefer.
»Hallo! Moment mal!«, ruft ihm Andy nach.
Der Kerl fühlt sich nicht angesprochen, wirft nur einen kurzen Blick über die Schulter, erhöht aber zugleich seine Geschwindigkeit. Andy hastet hinterher, und er spürt, wie seine Wut mit jeder Treppenstufe zunimmt. Eine bisher unbekannte Wut.
»Hallo, Sie!«
Der Kerl hat unten eine der dunkelblauen Türen am Fuß der Treppe geöffnet, schlüpft hindurch und zieht sie hinter sich zu. Als Andy die Tür aufdrückt, steht er im Keller der Klinik.  Versorgungsrohre. Ausrangierte Betten und Nachttische. Plastiksäcke.
»Verdammt!«
Schummrige Beleuchtung. Eine Neonlampe blinkt aufgeregt mit einem flackernden Surren. Andy hält den Atem an, lauscht. Keine Schritte, nichts.
Doch! Atmen. Unterdrücktes Atmen, Keuchen.
Mit einem trockenen Klick geht das Licht aus. 
weiter in: Schicht im Schacht
weitere Ruhrgebietskrimis
Nina George: On The Road to Hell oder: Als Herr Simancjec einmal tot war
Herbert Knorr: Ohne Senf geht gar nix
Christiane Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet

  
Der Autor:
Volker W. Degener, geboren 1941 in Berlin, wuchs im Ruhrgebiet auf, war Polizist in Bochum, Polizeipressesprecher und zuletzt Kommissariatsleiter in Herne. Er schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen, darunter viele Kinder- und Jugendbücher. Sein Jugendroman »Geht's uns was an«, der auch verfilmt wurde, gehört zu den Klassikern zum Thema Kindesmisshandlung. Zuletzt erschienen von ihm der Jugendroman »Scheiße, der will Amok laufen« (2010).

Mittwoch, 23. März 2011

Horst Bieber
Geschäft zu zweit

Tatort: Dortmund und Umgebung

Andreas Mirloff rückte den Krawatten-Knoten zurecht, bevor er die Schwingtür des »Café Kleimann« aufstieß, setzte sein Lächeln Nummer sechs auf - schüchtern, verlegen, aber gleichwohl tapfer - und musterte rasch die Gäste.
Für elf Uhr morgens war das Café in der Dortmunder Innenstadt gut besetzt, einige wenige Männer und viele Frauen. Es summte und schnatterte pausenlos.
Sibylle Frantzen saß am Fenster und schaute ängstlich in seine Richtung. Auch ohne die verabredeten Zeitschriften auf dem Marmortischchen erkannte er sie sofort; ihr Profilbild aus dem Dating-Forum hatte nicht gelogen, sie war tatsächlich so hübsch und selbst im hellen Sonnenschein sah sie jünger aus als 38. Gepflegt und ansehnlich, außerdem so dezent wie teuer gekleidet.
Seine Laune hob sich, die Mundwinkel wechselten in Position eins - ehrliche Freude.
»Grüß Gott … Sibylle!«, sagte er aufgekratzt. »Ich bin Andreas … Andreas Mirloff.« Seine Verbeugung war nur angedeutet, Folge der schnellen Überlegung, dass er einer solchen Frau mit übertriebener Höflichkeit nicht imponieren würde.
»Guten Tag, Andreas.« Zwei-, dreimal blinzelte sie schnell und reichte ihm dann die Hand, die er nur drückte Handkuss war nicht angebracht. »Ich freue mich, Sie kennenzulernen. Bitte, setzen Sie sich doch!«
»Vielen Dank.« Er lachte offen und gestand: »Ich bin etwas aufgeregt.«
»Das geht mir nicht anders.«
»Obwohl ich nach unseren vielen Mails glaubte, ich würde Sie schon gut kennen.«
»Sie nehmen mir wieder das Wort aus dem Mund.« Ihr Seufzer war nicht ernst gemeint. »Es ist … es ist etwas ungewöhnlich, sich auf diese Art zu treffen.«
»Ja«, pflichtete er bei und betrachtete entzückt ihren Diamantring. »Beim ersten Mal ging's mir auch so, ich fühlte mich ziemlich unbehaglich.«
»Beim ersten Mal?«, forschte sie, die Stimme senkend.
»Dann haben Sie sich … schon häufiger auf … auf diesem Internet-Portal umgesehen? «
weiter in: Schicht im Schacht
Andere Revierkrimis:
Arnd Federspiel: Jenseits von Heljens
Christiena Dieckerhoff: Bis dass der Tod euch scheidet
Ilka Stitz: Die Unsichtbaren
Anne Chaplet:  In Barmen kein Erbarmen 

Der Autor:
Horst Bieber, geboren 1942 in Essen, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik, volontierte bei der WAZ und arbeitet von 1970 bis 1997 - zuletzt als Chef vom Dienst - für die Wochenzeitung DIE ZEIT. 1982 veröffentlichte er mit »Sackgasse« seine ersten Krimi, eine Privatdetektivgeschichte aus dem Revier. Es folgten bis heute mehr als 20 Romane, zahlreiche Hörspiele und Fernsehdrehbücher.

Sonntag, 20. März 2011

Tatort Herne
Kriminelle kommunale Karriere

Revierkrimi-Sammlung bringt neuen Herne-Krimi von F.G. Klimmek

»Er wollte Oberstadtdirektor werden«, heißt es in der Kriminalstory »Unsere Stadt soll schöner werden« von F.G. Klimmek. Und weiter: »Als Vorstufe für diesen Karriere hatte sich Lorenz Mehring zunächst einmal zum Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Herne-Crange wählen lassen.« Von dort aus startet der ebenso engagierte wie skrupellose Kommunalpolitiker seinen Weg an die Macht. Seine Einschätzung von Herne als »Ruhrpott-Schilda« und »Revier-Chicago« lässt ihn dabei zu ebenso skurrilen wie kriminellen Miteln greifen. Ewin Killer muss her, um Ordnung zu schaffen! Mit beißendem Humor beschreibt der Herner Autor F.G. Klimmek, wie sein Held den Slogan von "Unsere Stadt soll schöner werden" umsetzt.

Friedrich G. Klimmek, der mit seinen schrägen Krimi-Parodien »Ein Fisch namens Aalbert« und » Machs noch einmal, Aalbert« sein Talent für pfiffige Unterhaltung unter Beweis stellte, gehört zu den knapp zwei Dutzend Top-Autoren, die von Krimi-Herausgeber H.P. Karr zur Revierkrimi-Anthologie »Schicht im Schacht« eingeladen wurden. Das Buch ist soeben im KBV-Verlag erschienen.

Die Anthologie vereinigt zwei Dutzend spannende und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa den Rhein-Herne-Kanal oder auch die Affäre um den Ölkönig von Wanne. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet »Schicht im Schacht« Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.

Donnerstag, 17. März 2011

Gerd Herholz
ZEN in der Kunst des Absahnens

Tatort: Duisburg und Umgebung

Ausatmen, sagte sie sich, Ausatmen nicht vergessen. Wozu sonst das ganze Zen-Sitzen, seit fast einem Jahrzehnt jeden Morgen Zazen. Und danach die Qigong-Übungen. Also, komm, die Ruhe bewahren, atme vollständig aus.
Genau wie Suzuki Rôshi geschrieben hatte: Es ist sehr wichtig, sich um die Ausatmung zu kümmern. Wenn wir immer versuchen, lebendig und aktiv zu sein, geraten wir in Schwierigkeiten. Wenn wir aber ruhig sein oder uns in Leere auflösen können, dann wird ganz von selbst alles in Ordnung kommen. Buddha wird für uns sorgen.
Und so ist es auch gekommen. Nachdem sie für sich selbst gesorgt hatte, hatte auch Buddha für sie gesorgt – und gar nicht mal schlecht: dreimal in den letzten zehn Jahren. Dreimal war es überraschend gut gelaufen, zu gut vielleicht, mag sein. Trotzdem, irgendwann in den nächsten Wochen würde sie es nach zwei Jahren wieder tun, in Duisburg diesmal. Noch war das Geld nicht knapp, aber genau darauf wollte sie nun wirklich nicht warten.
Sie hatte den Platz noch sorgfältiger gewählt als sonst. Hatte die Archive der Lokalzeitungen durchstöbert, hatte Berichte über Banküberfälle, Beutesummen, häufigste Tatzeiten und Aufklärungsquoten studiert, die örtliche Kriminalstatistik ausgewertet und sich dann präzise entschieden.
Für die Hauptsparkasse an der Kö, eine Sparkasse, die eine Beute von mehreren hunderttausend Euro versprach. Eine Sparkasse, deren Sicherheitsvorkehrungen lange so schlicht ausgesehen hatten, dass ein Überfall kleinen Idioten immer mal wieder aussichtsreich vorgekommen war. Außerdem wurde da gerade umgebaut. Viel los hier an der Königstraße, ziemlich viel Durcheinander so nah am neuen Forum Duisburg, European Shopping Mall 2010. Mit der Goldenen Himmelsleiter davor, Kunst am Bau, muss so 60 Meter hoch sein, mit Blattgold feuerveredelt, hatte sie gelesen.

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Sie saß mit ihrem Buch am Café Dobbelstein, heute auf der Terrasse draußen, ganz nah bei der Sparkasse, das Wetter war mild. Wenn's kühler war, schaute sie von drinnen durch die große Fensterfront. Seit Wochen saß sie so, drinnen oder draußen, sah scheinbar desinteressiert der ruhelosen Menge zu, ohne je den Eingang der Sparkasse aus den Augen zu verlieren. Nur eine Frage der Zeit, das Ganze. Zeit, in der sie mit offenen Augen meditierte oder nebenbei las. Heute lag Sunzi vor ihr, »Die Kunst des Krieges«:...
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andere Story über Bankräuber in Duisburg: Ilka Stitz: Die Unsichtbaren
andere Story aus Duisburg: Nadine Buranaseda: Wonderful life

Der Autor:
Gerd Herholz, geboren 1952 in Duisburg, studierte Germanistik, Psychologie und Pädagogik. Gymnasiallehrer, Stadtteilkulturarbeiter, daneben journalistische Arbeiten und Gedichte. Heute ist er wissenschaftlicher Leiter des Literaturbüros Ruhr in Gladbeck und bloggt bei den Ruhrbaronen. Er veröffentlichte unter anderen »Die Musenkussmischmaschine - 132 Schreibspiele«(mit Bettina Mosler) und zuletzt als Herausgeber »Stimmenwechsel - Poesie längs der Ruhr« (2010).

Sonntag, 13. März 2011

Tatort Hattingen
Eine Axt zu Weihnachten!

Revierkrimi-Sammlung bringt amüsanten Hattingen-Krimi

»Eine Axt gehört in jedes Haus«, sinniert der Held in der Kriminalstory »Ohne Senf geht gar nix« von Herbert Knorr. Denn eine Axt kann man immer gebrauchen: »Zum Beispiel zu Weihnachten, also heute. Und zu anderen Gelegenheiten.«
Es ist eine Weihnachtsgeschichte der etwas anderen Art, die Herbert Knorr zur aktuellen Revierkrimi-Sammlung »Schicht im Schacht« beigesteuert hat. Im weihnachtlichen Hattingen steigert sich die Suche nach der Axt zum mörderischen Ehedrama um verletzte Gefühle und zerstörte Träume. Denn die Ehefrau will nichts wissen von Weihnachten aus Las Palmas: »Sie will nicht weg aus Hattingen, sie feiert Weihnachten zuhause, Karneval in Holthausen und wieder Weihnachten daheim. Jedes Jahr. Immer wieder.«
Und so nimmt das Weihnachstdrama zwischen Schiller- und Eichendorffstraße seinen Lauf. Das alles erzählt Herbert Knorr mit trockenem Revier-Humor und viel Liebe zum Hattinger Lokalkolorit.

Die neue Ruhrgebietskrimi-Sammlung »Schicht im Schacht« vereinigt zwei Dutzend spannende, unterhaltsame und gelegentlich auch skurril-komische Kriminalgeschichten von ausgewiesenen Profis. Anfangen von Krimi-Meistern wie Ralf Kramp, Anne Chaplet und Jörg Juretzka bis hin zu Arnd Federspiel und Sonja Ullrich, den aktuellen Geheimtipps des Revierkrimis geben sich hier alle Autoren und Autorinnen ein Stelldichein, die nicht nur in der Revierkrimi-Szene etwas zu sagen haben.

Angeheuert wurden sie für die »Schicht im Schacht« von Herausgeber H.P. Karr. »Wenn nichts mehr geht, dann ist 'Schicht im Schacht'«, erklärt Krimi-Fachmann H.P. Karr, der schon im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Revierkrimi-Sammlung veröffentlichte. »In den neuen Kurzkrimis gibt es noch mehr Spannung und noch mehr Lokalkolorit und Anspielungen auf Reviertypisches.« Wie etwa das Hattinger Aphoristiker-Treffen oder die Goldbach-Afffäre in den Achtzigern. "Das sind alles Krimis, die nur hier im Revier spielen können!", fasst Karr zusammen.
Unter dem Motto »Maloche, Macker und Moneten« bietet "Schicht im Schacht" Mordgeschichten von hart bis zart, und natürlich auch mit  dem revier-typischen Humor, der den Ruhrgebietskrimi so populär gemacht hat.